Märkte / Makro

Weltwirtschaft verliert laut OECD weiter an Dynamik

Die Vorlaufindikatoren der OECD zeichnen ein dunkles Bild. Von den grossen Volkswirtschaften wird lediglich Brasilien an Schwung gewinnen.

Die Weltwirtschaft geht am Krückstock. Von den grossen Volkswirtschaften hat im Mai lediglich Brasilien an Dynamik gewonnen – alle anderen stehen entweder auf der Bremse oder sind bereits im Rückwärtsgang. Das ist das ernüchternde Fazit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die am Montag veröffentlichten OECD-Vorlaufindikatoren zeichnen ein dunkles Bild. Im OECD-Raum wird die Konjunktur insgesamt weiter an Schwung verlieren. Immerhin: Noch legt die Wirtschaft über dem langfristigen Trendwachstum zu.

  Momentan steht der Index bei 100,33 – wobei 100 den historischen Durchschnitt markiert. Das ist primär den USA, Japan und Russland zu verdanken. Von den Grossen liegen laut Index lediglich die drei über dem historischen Durchschnitt. Allerdings lässt die Kraft auch bei diesen Zugpferden nach.

Im Jahresvergleich haben zwei Länder besonders an Dynamik eingebüsst: Italien und Deutschland. Die Südeuropäer weisen mit 98,9 einen deutlich niedrigeren Indexstand auf als die Eurozone insgesamt, die mit 99,6 nur knapp unter dem langfristigen Trend wächst.

Die miesesten Aussichten aller Schwergewichte der Weltwirtschaft hat gemäss OECD allerdings Indien. Mit 97,8 liegt das Land deutlich unter seinen Möglichkeiten.

Die Werte überraschen auf den ersten Blick. Das aufstrebende Indien soll weniger stark zulegen als Italien? Nein. Denn die OECD vergleicht die Länder nur mit ihrem jeweiligen historischen Wachstum. Und Indien hat es viel schwerer, die eigene Geschichte zu überbieten.