Es ist ein Standardargument der Landwirtschaftspolitiker: Jahr für Jahr verschwinden Hunderte, wenn nicht Tausende von Bauernbetrieben, weshalb der Bauernstand staatlich ­gestützt werden müsse. In der Tat ist die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe im Trend deutlich rückläufig. Seit 2000 ist sie in der Schweiz von gut 70 000 auf rund 50 000 im vergangenen Jahr geschrumpft. Das entspricht einem Rückgang von 29,1%. Der mit Abstand grösste Agrarkanton war 2019 Bern mit gut 10 254 Betrieben. Es folgt Luzern mit knapp 4500 Betrieben. Im Kanton Basel-Stadt wurden gerade zwölf Bauernhöfe gezählt. Entsprechend ist auch die Beschäftigtenzahl in der Landwirtschaft rund 26% auf gut 150 000 im Jahr 2019 gesunken. Dabei geht aber oft vergessen, dass die landwirtschaftliche Nutzfläche (ohne Sömmerungsweiden) seit 2000 fast konstant geblieben ist; es ergab sich ein minimer Rückgang von 2,7%. Das heisst nichts anderes, als dass die durchschnittliche Betriebsgrösse gewachsen ist – und damit auch die Effizienz in der Leistungserstellung. Der Anteil der Betriebe mit einer Fläche von über 20 Hektar ist binnen zwanzig Jahren von rund einem Viertel auf 43% im vergangenen Jahr gestiegen. Aufgrund der verbesserten Effizienz ist es, trotz des Bevölkerungswachstums, gelungen, den Grad der Selbst­versorgung mit Nahrungsmitteln in den vergangenen zwanzig Jahren konstant auf brutto rund 60% zu halten.