Märkte / Makro

Weniger rasantes Wachstum bei US-Erzeugerpreisen

Die Produzentenpreise in den USA klettern nicht ganz so schnell wie bisher und nähren damit Hoffnung auf ein Abebben der Inflation.

(Reuters) Die US-Erzeugerpreise im April um 11,0% zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Zwar bleibt der Anstieg damit deutlich im zweistelligen Prozentbereich, doch im März hatte es noch einen Rekordzuwachs von aufwärts revidiert 11,5% gegeben. In einer ersten Schätzung war von 11,2% die Rede gewesen.

In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt – also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können somit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben. Diese sind im April ebenfalls nicht mehr ganz so stark gestiegen wie noch im Vormonat: Die Teuerungsrate fiel auf 8,3% von 8,5% im März. Materialengpässe und erhöhte Energiekosten auch als Folgewirkung des Ukraine-Krieges sorgen allerdings für anhaltenden Preisdruck.

US-Präsident Joe Biden hat den Kampf gegen die hohe Inflation zu seiner innenpolitischen Top-Priorität erklärt. Aus den Reihen der Republikaner wird ihm vorgeworfen, er habe mit seinen billionenschweren Krisenpaketen zur Stabilisierung der Wirtschaft in der Corona-Pandemie dem Inflationsanstieg Vorschub geleistet. Seine Demokraten verweisen darauf, dass Biden eine lange und tiefe Rezession in den USA auch dank der massiven staatlichen Krisenpakete abgewendet habe.

Die Wirtschaft hat zu Jahresbeginn allerdings eine Talfahrt hingelegt. Laut der US-Währungshüterin Loretta Mester wird es womöglich auch ein weiteres Quartal mit schrumpfender Wirtschaft oder schwachem Wachstum geben. Doch müsse dies in Kauf genommen werden, wenn die Fed die Inflation drücken wolle. Die US-Notenbank hat jüngst den grössten Zinsschritt seit 22 Jahren gemacht und will nachlegen, um der Inflation Herr zu werden.