Der schweizerische Sozialstaat ist grosszügig. Gemessen an den fünf bevölkerungsreichsten Ländern Europas hat die Schweiz die höchsten Sozialausgaben je Einwohner. Gemessen in sogenannten KKS (Kaufkraftstandards; sie eliminieren die Preisniveauunterschiede zwischen den Ländern) gab die Schweiz 2015 10‘630 KKS aus. Relativ dicht dahinter folgten Deutschland und Frankreich mit je über 10‘000 KKS. Deutlich weniger grosszügig waren das Vereinigte Königreich, Italien und Spanien, das nur 6148 KKS ausgab. Während in allen betrachteten Ländern zwei Drittel bis drei Viertel der Sozialausgaben in die Bereiche Alter und Gesundheitsversorgung flossen, zeigen sich in der Finanzierung der Leistungen erhebliche Unterschiede. Anders als in Spanien, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich beteiligten sich in der Schweiz und Deutschland die Arbeitgeber sowie die Versicherten zu ungefähr gleichen Teilen an der Finanzierung. Die Schweiz hebt sich in den anderen Finanzierungsquellen deutlich ab: Mit rund einem Viertel fällt der Anteil der direkten staatlichen Finanzierung am geringsten aus. Umgekehrt ist der Beitrag der Vermögenseinnahmen mit fast 10% wesentlich höher als in den anderen Ländern. Darin spiegelt sich auch das Dreisäulenprinzip in der Altersvorsorge. Die breit abgestützte Finanzierung des Sozialstaates ist ein Vorteil – es gibt keinen Grund, davon abzurücken.