Märkte / Anleihen

Wenn das Fed zum Schwamm wird

Die Repo-Geschäfte, mit denen das Fed Liquidität abschöpft, erreichen Rekordwerte. Ist das eine geldpolitische Straffung durch die Hintertür?

Die Finanzmärkte müssen nicht nur gegen Pandemiewellen ankämpfen, vielmehr wird das amerikanische Finanzsystem seit mehreren Wochen mit jeder Menge Liquidität geflutet. Sowohl Geschäftsbanken als auch Geldmarktfonds wissen nicht mehr wohin mit dem ganzen Kapital, das bei ihnen Unterschlupf sucht.

Einige Banken in den USA sind anscheinend bereits dazu übergegangen, Einlagen abzulehnen. Die Betreiber von Geldmarktfonds beklagen sich immer wieder, dass beim aktuellen Niveau der Kurzfristzinsen nicht einmal ihre Kosten gedeckt seien.

In den vergangenen Wochen fiel das Schlaglicht immer wieder auf eine Fazilität des Fed: das sogenannte Reverse Repo Program (RRP). Der Anstieg der damit verbundenen Transaktionen illustriert die Geldschwemme im Markt. Das Volumen des RRP ist dieses Jahres explodiert und hat am Donnerstag bei über 755 Mrd. $ ein Allzeithoch markiert.

250 Mrd. $ in einer Nacht

Das Fed hatte am Mittwoch anlässlich der Sitzung beschlossen, den Reposatz von 0% auf 0,05% anzuheben. Das Jammern der Geldmarktfonds hat gefruchtet. Dabei wird im aktuellen Umfeld ein Zins von fünf Basispunkten offensichtlich für attraktiv genug befunden, um Hunderte von Milliarden beim Fed zu parken. Allein von Mittwoch auf Donnerstag sind 250 Mrd. $ in das Gefäss geflossen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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