Unternehmen / Finanz

Wenn der Banker zweimal klingelt

Vielen Kunden werden derzeit ihre Lombardkredite zum Verhängnis. Die Banken selbst rechnen kaum mit Verlusten.

Beatrice Bösiger, Valentin Ade, Stefan Krähenbühl

Lombardkredite. In guten Börsen­zeiten mit leichter Hand vergeben, werden sie bei fallenden Märkten plötzlich zum Problem. Verlieren die zugrundeliegenden Wertschriftenportfolios durch den Kursrutsch zu stark an Wert (vgl. Glossar  ), werden die Kunden von den Banken telefonisch aufgefordert, zusätzliche Sicherheiten nachzuschiessen.

Solche Margin Calls laufen nach einem fixen Drehbuch ab, das jede Bank mit ihren Kunden vertraglich regelt. Oft ist es so: Antwortet der Kunde auch beim zweiten Anruf nicht und bringt keine frische Liquidität, beginnt die Bank das Portfolio, das als Sicherheit hinterlegt ist, zu liquidieren. Bei UBS sei die Zahl solcher Telefonate zuletzt signifikant gestiegen, sagte CFO Kirt Gardner diese Woche. Verluste seien ihr bis dato aber nur wenige entstanden. Die reichen Kunden seien meist in der Lage, rasch zu reagieren. Nach eigener Aussage belehnt UBS die Portfolios mit einem durchschnittlichen Wert (Loan to Value) von 50%. Die Grossbank hat ein Lombardbuch von 88,7 Mrd. Fr. Das sind etwas über 3% der insgesamt verwalteten Vermögen von 2635 Mrd. Fr.

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.

Leser-Kommentare