Unternehmen / Finanz

Wenn die Blockchain die Banken ersetzt

DeFi – «Dentralized Finance» – lebt noch von Krediten für die Spekulation um Kryptowährungen. Doch für DeFi-Anhänger ist das Potenzial viel grösser.

Bisher weiss niemand, ob es einmal ein Finanzsystem ohne Banken geben wird. Doch man arbeitet daran. An einer Online-Veranstaltung des CFA Institute erklärte etwa Mona El Isa, Gründerin des Fintech Avantgarde Finance: «Man kann sich die gesamte Infrastruktur neu vorstellen, auf der das Finanzsystem baut.» Es könne operativ und administrativ völlig automatisiert werden.

Aber wenn es dazu kommt, dann könnten die Angebote der DeFi-Bewegung – «Decentralized Finance» – dafür den Grundstein gelegt haben. Das sind Anwendungen, welche Bankdienstleistungen ohne einen Intermediär, also zwischengeschaltete Institution, über die Blockchain anbieten wollen. Die Blockchain ist die Technologie hinter Kryptowährungen wie Bitcoin, mit der Trans­aktionen verteilt über ein Netzwerk abgespeichert werden.

Riesenwachstum gedämpft

Gemäss neusten Zahlen sind nun 60 Mrd. $ an Aktiva («Total Locked Value») in solchen Plattformen investiert. Das Wachstum ist riesig: Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 1 Mrd. $. Aber auch hier machte sich der Preissturz der Digitalwährungen bemerkbar, denn noch im Mai notierte der Wert bei über 86 Mrd. $. Der Markt für Kryptowährungen ist eng mit DeFi verbunden – denn im Moment sind besonders Lending-Dienste gefragt – also die Kreditvergabe. Und die werden oft zum Kauf von Bitcoin & Co. verwendet. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?