Unternehmen / Ausland

Wen Leerverkäufer ins Visier nehmen

Short-Attacken sorgen für Aufsehen. Dabei gibt es klare Kriterien, wer als Opfer infrage kommt, zeigt eine Studie.

In Deutschland hat Fraser Perring einen Ruf wie Donnerhall. Seit einem Jahrzehnt betätigt sich der Ex-Sozialarbeiter an der Börse als Short Seller, als Leerverkäufer. Er deckt Mängel bei Firmen auf, macht sie publik und wettet auf sinkende Aktienkurse. Grenke, Steinhoff, ProSiebenSat.1 oder derzeit Adler hat sich der 47-jährige Brite vorgenommen – und vergangenes Jahr den einstigen Dax-Konzern Wirecard in die Knie gezwungen.

Doch bei jeder Short-Attacke leiden auch die Anleger, die im Vertrauen auf die Aussagen des Managements investiert haben. So gehörte Wirecard 2020 zu den von Schweizer Anlegern am meisten gehandelten deutschen Aktien. Die Vermögensverwaltung des Bankhauses Metzler hat daher eine Methodik entwickelt, um Short-Kandidaten früh zu identifizieren. Rückblickend hätte man so nicht jeden Einzelfall erkannt, erklärt Jan Rabe, Verantwortlicher im Büro für Nachhaltigkeit bei Metzler im Gespräch mit «Finanz und Wirtschaft». «Aber mit unserer Studie haben wir Gemeinsamkeiten bei Kandidaten für Short-Kampagnen gefunden.»

Gewinn mit geliehenen Aktien

Leerverkäufer borgen sich Aktien und erwarten, dass der Preis des Basiswerts zum vorher vereinbarten Zeitpunkt der Rückgabe sinken wird. Aktivistische Short Sellers schütten noch Brandbeschleuniger nach: Sie veröffentlichen Unregelmässigkeiten in Bilanzen oder Prognosen des Managements – in der Folge sackt der Aktienkurs des Opfers oftmals ab. «Die Erfahrung am Kapitalmarkt lehrt mich: Wo Rauch ist, da ist auch Feuer», erklärt ein Broker von deutschen Aktien.

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Leser-Kommentare

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Andreas Ochsenbein 14.12.2021 - 16:22
Bei Grenke kann ich den Titel: “Grenke: keine Rehabilitation” nicht ganz verstehen, da es im Text heisst: “Sonderprüfer konnten die Vorwürfe von Perring nicht erhärten.” Fraser Perring steht hinter vier der im Artikel geschilderten Angriffen: gegen Wirecard, Adler, Grenke und ProSiebenSat1. Bei Wirecard hatte er recht, bei Adler möglicherweise auch. Bei Grenke ergab eine Sonderprüfung, dass sich seine Vorwürfe nicht… Weiterlesen »