Märkte / Emerging Markets

Wenn Lieferketten zur Stolperfalle werden

Omikron hat das Potenzial, internationale Wertschöpfungsketten erneut zu behindern. Markiert die Pandemie einen Wendepunkt hin zur Deglobalisierung?

Nahezu alle Fabriken des US-Autoherstellers General Motors haben die Produktion inzwischen wieder aufgenommen. Wegen des akuten Mangels an Halbleitern wurden im September viele Fabriken erst einmal geschlossen. Die Lieferengpässe lösen sich jedoch nur langsam auf.

Die boomende Velobranche bekommt dies ebenfalls zu spüren. Kunden müssen sich auf lange Lieferzeiten und steigende Preise einstellen. Die Modebranche bangt um das Weihnachtsgeschäft, da es bei einigen Textilien und Sportartikeln schwierig ist, die Regale zu füllen.

Die Produktion vieler Güter ist länderübergreifend über verschiedene Standorte hinweg organisiert. Die dadurch entstandenen globalen Wertschöpfungsketten prägen das Gesicht des heutigen Welthandels. In einer Gesundheitskrise globalen Ausmasses, in der vielerorts ein Lockdown des Wirtschaftsgeschehens vonnöten war, entstanden dadurch Engpässe, die sich noch verschärften, sobald die Konsumnachfrage wieder anzog. Insofern ist die Mangelsituation auch ein Luxusproblem: Die Leute wollen mehr kaufen, als produziert und geliefert werden kann.

Entspannung gefährdet

Selbst wenn die verschiedenen Branchen sehr unterschiedlich betroffen sind, sorgt Corona weiterhin für Staus in den Lieferketten. Bei einigen Gliedern der Kette sah es gerade nach Entspannung aus, die Häfen sind geöffnet und die Frachtkosten in der Seefahrt rückläufig (vgl. Grafik 1). Doch Omikron verbreitet erneut Furcht und Schrecken. Noch ist offen, welch weiteren Verlauf die Pandemie nehmen wird und ob der Wirtschaft womöglich erneut Lockdowns drohen.

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