Märkte / Makro

Wenn Löhne und Preise um die Wette rennen

Sollten steigende Löhne die Inflation anheizen, wäre das ein Albtraum für die Notenbanken. Dafür müssten sich aber strukturelle Trends umkehren.

Die Zentralbanken vieler Länder stehen vor einer grossen Herausforderung: Sie müssen die hohe Inflation unter Kontrolle bekommen, ohne eine Rezession auszulösen. Als noch schwieriger könnte sich diese Aufgabe erweisen, falls die Inflationserwartungen «ihren Anker verlieren» – die Öffentlichkeit würde nicht mehr glauben, dass die Notenbanken die Teuerung bald auf ihre Zielmarke zurückbringen können. Die Zentralbanken müssten die Zinsen dann wohl noch stärker erhöhen, um zu beweisen, dass sie es mit der Inflationsbekämpfung ernst meinen.

Ausser Kontrolle geratene Inflationserwartungen waren in den Siebzigerjahren zu beobachten. Grund dafür war die Lohn-Preis-Spirale. Mit der Inflation zogen die Löhne an. Höhere Löhne sorgten wiederum dafür, dass die Unternehmen ihre Preise hochsetzen mussten, was die Inflation zusätzlich anheizte. In den USA konnten erst sehr hohe Leitzinsen die Spirale unterbrechen. Noch gehen die Notenbanken davon aus, dass sie die hohe Teuerung mit gemässigten Zinserhöhungen in den Griff bekommen können. Doch Ökonomen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) haben sich Gedanken gemacht, ob die Lohn-Preis-Spirale auch heute wieder in Gang kommen könnte.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?

Leser-Kommentare