Unternehmen / Schweiz

Wenn selbst Nestlé mit mehr Risiko fährt

Das Tiefstzinsumfeld treibt nicht nur die Anleger in risikoreichere Anlagen, es führt auch zu einer Verhaltensänderung bei Unternehmen.

Es gilt wieder: Risk on. Wie Daniel Pfister, Chef des Bonitätsinstituts Independent Credit View (I-CV), feststellt, sind «risikoreiche Anlagen wieder begehrt». Im Dezember hatten die Marktteilnehmer zwischenzeitlich Risiken gescheut. Die aufgeflammte Risikobereitschaft sei vor allem auf das Verhalten der Notenbanken zurückzuführen. So hat das Fed in den USA die Normalisierung der expansiven Geldpolitik hinausgeschoben. Die Europäische Zentralbank traut sich erst recht nicht und will wegen der Wirtschaftsschwäche in Europa nicht mehr an eine Leitzinswende in diesem Jahr denken.

Das Tiefstzinsumfeld treibt nicht nur die Anleger in risikoreichere Anlagen, es führt auch zu einer Verhaltensänderung bei Unternehmen. Ein Beispiel dafür ­bietet Nestlé. Der weltweit grösste Nahrungsmittelhersteller schüttete in drei der letzten vier Jahre via Dividenden und Aktienrückkäufen mehr an die Aktionäre aus, als er jeweils an freiem Cashflow erwirtschaftete. Das führte zu einem Anstieg der Schulden. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) rechnet vor, dass sich auf adjustierter Basis die Nettoschulden von 2016 bis 2018 vom 1,4- auf das 1,9-Fache des Betriebsgewinns auf Stufe Ebitda erhöht haben.

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Leser-Kommentare

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Peter Martin Wigant 04.04.2019 - 22:47
Liebe FuW, Konzerne wie z.B. Nestlé sollten aktivistischen Investoren nicht nachgeben, wenn es um die Höhe der Ausschüttungen geht. Genau so wenig sollten Vorstösse von Teilverkäufen berücksichtigt werden. Firmen die gut laufen sollten sich hüten solchen Forderungen nachzugeben, denn die aktivistischen Investoren sind nur an der Mitnahme von kurzfristigen Gewinnen interessiert. Das Wohl der Unternehmeung ist denen völlig egal. PW