Märkte / Makro

Wenn zwei sich streiten, leiden auch die Dritten

China und die USA sind weniger vom Aussenhandel abhängig als andere Volkswirtschaften. Multinationale Unternehmen reduzieren Investitionen.

Das wie erwartet schwächere BIP-Wachstum Chinas im zweiten Quartal geht auf einen negativen Beitrag des Aussenhandels zurück. Dies kann vor dem Hintergrund des sino-amerikanischen Handelskriegs kaum überraschen. Die US-Statistikbehörde hatte bereits verlauten lassen, dass die Importe derjenigen chinesischen Produkte, auf die höhere Zölle erhoben werden, im Mai um knapp 35% eingebrochen sind. Dennoch konnte China seine Exporte im gesamten ersten Halbjahr 2019 um 6,1% steigern.

Gewicht des Aussenhandels

Wie stark die Wirtschaftsleistung eines Landes durch den Handelskrieg beeinträchtigt wird, hängt primär von zwei Faktoren ab: Zum einen von der Bedeutung des Aussenhandels für die gesamte Volkswirtschaft. Diese Abhängigkeit kann gemessen werden, indem die Summe aus den wertmässigen Exporten und Importen ins Verhältnis gesetzt wird zur Gesamtwertschöpfung eines Landes, also zum Bruttoinlandprodukt (BIP). Diese Methode misst den direkten Effekt der Verlangsamung des Welthandels, lässt allerdings Zweiteffekte wie die Verschlechterung der Unternehmerstimmung und des Investitionsklimas ausser Acht. Auffällig ist, dass die zwei Protagonisten des Handelsstreits eine relativ geringe Abhängigkeit der Wirtschaft vom Aussenhandel aufweisen, verglichen mit ihrer jeweiligen Peer Group. Die USA und China können sich eine Auseinandersetzung angesichts der Bedeutung des Aussenhandels am ehesten leisten.

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