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Wenn Sie vor 117 Jahren 1 Fr. investiert hätten…

Der Schweizer Aktienmarkt ist dank der stabilsten Währung der Welt nicht nur für inländische Anleger attraktiv.

Auf dem Globus ist die Schweiz kaum zu erkennen. 0,1% der Weltbevölkerung bewohnen 0,01% der Landmasse. Doch finanziell gesehen ist sie ein Riese. Nicht nur werden hier die meisten Vermögen verwaltet. Die Schweiz beheimatet mit rund 3% des globalen Werts auch den siebtgrössten Aktienmarkt der Welt.

Wer zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts 1 Fr. in diesen Aktienmarkt investiert hätte, der erhielt im Jahr 2016 – sofern er die Dividenden reinvestiert hätte – 1938 Fr. Das zeigt eine neue Studie des Credit Suisse (CSGN 15.265 0.23%) Research Institute.

Das entspricht einer kumulierten jährlichen Rendite von 6,7% auf Schweizer Aktien. Sie schlagen damit Staatsanleihen (gelbe Kurve) und Bargeld (türkise Kurve) um Längen. Doch die Macht der Inflation darf nicht vergessen werden. Seit 1900 ist in der Schweiz das Preisniveau auf das Zwölffache gestiegen (grüne Kurve). Rechnet man diesen Entwertungseffekt mit ein, ergibt sich folgendes Bild:

Real hat man dann heute «nur» 159 Fr., bei einer Investition in Aktien von 1 Fr. im Jahr 1900. Das entspricht einer realen jährlichen Rendite von 4,4%. Interessant dabei: Betrachtet man die Entwicklung der Aktien unter Ausklammerung der Dividenden (grüne Kurve), hätte man nur wenig mehr Rendite erzielt als bei der Bargeldhaltung.

Der Wertverlust durch Inflation ist also massiv. Dabei ist die Schweiz noch am besten dran, wie diese Grafik zeigt:

Von 22 untersuchten Ländern hat die Schweiz die geringste Inflation. Jede Währung hat also gegenüber dem Franken während des Beobachtungszeitraums an Wert verloren. So hat die heimische Valuta beispielsweise zum US-Dollar jährlich 0,7% gewonnen. Der Franken ist seit 117 Jahren die wertstabilste Währung der Welt.

Das hat Konsequenzen für die Anleger, wie die folgende Grafik veranschaulicht. Die blauen Balken zeigen die Aktienmarktrendite in den jeweiligen Ländern in lokaler Währung. Die gelben Balken veranschaulichen selbige Rendite, hätte man in diesen Ländern jeweils mit Franken investiert.

Schweizer Investoren, die ihre Franken im Ausland anlegen, haben – geschuldet dem Wechselkursverlust – in jedem dieser Länder weniger Rendite erzielt als die lokalen Anleger in ihrer lokalen Währung.

Handkehrum ist es aufgrund dieser Stabilität verständlich, weshalb ausländische Investoren so gerne in den Franken gehen. Sie profitieren nicht nur von Aktien- und Anleiherenditen, die besser sind als in vielen anderen Ländern dieser Welt. Sie haben dazu noch eine Wertsteigerung dank dem Wechselkursgewinn.

CS-Studie: "Weltweit höchste reale Renditen bei Schweizer Aktien und Anleihen"AWP/Andreas Hohn

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