Viele Leute in vielen Ländern bleiben zu Hause, die Wirtschaft läuft auf halber Kraft, die Nachfrage sinkt durchs Band – es wird entsprechend weniger Erdöl gebraucht; die Preiskurven für die Sorten Brent (Brent 34.2 -4.89%) oder WTI (WTI 32.93 -2.89%) zeigen das klar an. Darunter leiden, neben anderen, vor allem die grossen Erdölexporteure. Diese Darstellung, die zur Hauptsache auf Daten für 2018, zum Teil jedoch auch auf älteren Angaben sowie auf Schätzungen beruht, zeigt immerhin klar die Grössenordnungen: Die Ausfuhr von Erdöl ist vor allem für Saudi-Arabien und Russland lebenswichtig. Für die Saudis wird das Exportvolumen von 2018 auf 8,3 Mio. Fass pro Tag veranschlagt (ein Barrel sind 159 Liter), für die Russen auf 5,2 Mio. Den Geschäfts- und Preisrückgang dürften die Saudis besser wegstecken, weil ihre Förderkosten niedriger sind. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) plus ihr zugewandte Staaten, in erster Linie Russland, haben sich jüngst nicht auf einen Modus verständigen können, um den Markt einigermassen im Gleichgewicht zu halten. Besonders hart wird es für die teure Förderung aus Sand und Schiefer in Nordamerika. Länder mit einseitig auf Devisenerlös aus dem Erdölexport ausgerichteter Volkswirtschaft werden voraussichtlich in Haushaltschwierigkeiten geraten, besonders wenn der Absatz längere Zeit unter Druck bleiben sollte; das gilt etwa für Nigeria oder Angola.