Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Vorsorge
Unternehmen / Finanz

Wer die Pensionskassen steuert

Die Stiftungsräte arbeiten nebenberuflich und müssen sich fachliche Kompetenz selbst aneignen. Die Aufsicht schaut, dass sie auf gutem Kurs bleiben.

Die berufliche Vorsorge ist obligatorisch, doch an die Führungspersonen der Vorsorgeeinrichtungen stellt das Gesetz keine formellen Anforderungen. Vorausgesetzt werden weder Vorsorgefachkenntnis noch Investment-Know-how, trotz der grossen Verantwortung. Rund 1000 Mrd. Fr. werden von den Pensionskassen im Milizsystem treuhänderisch für Erwerbstätige und Rentner investiert und verwaltet.

Organisiert und handelsrechtlich eingetragen sind die Kassen in Form von Stiftungen, ganz im Sinne des Selbsthilfegedankens der beruflichen Vorsorge. Ober­stes Entscheidgremium ist der Stiftungsrat. Ihm haben gemäss dem Berufliche-Vorsorge-Gesetz BVG zu gleicher Zahl Personen anzugehören, die einerseits von den Arbeitnehmenden und andererseits von der oder den Arbeitgeberfirmen bestellt werden. Bei Kaderpensionskassen oder anderen ergänzenden Vorsorgeeinrichtungen darf die Stärke der Vertretung der beiden Sozialpartner im Stiftungsrat voneinander abweichen.

Funktionsträger nur selektiv überprüft

Bei der Neugründung einer Einzel- oder Sammelpensionskasse verlangen die Aufsichtsbehörden eine Do­kumentation zu den designierten Stiftungsräten, etwa Ausbildungsdiplome, Berufserfahrung sowie aktuelle Auszüge aus Straf- und Betreibungsregister. Die Er­satzwahl von Stiftungsräten einer bestehenden beaufsichtigten Vorsorgeeinrichtung werde registriert, sagt Norbert Eberle, Vizedirektor der BVG- und Stiftungs­aufsicht Kanton Zürich (BVS): «Bei Auffälligkeiten ­werden wir aktiv und prüfen die Umstände und Personen näher.» Dass die Behörde einschreiten müsse, komme eher selten vor. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

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Roland Heinzer 03.08.2021 - 14:01
Der ausgewiesene Deckungsfrad ist keine vernünftige Vergleichszahl, je nach technischem Zins (TZ) variert er stark. Eine Kasse mit TZ von 0.5% und 105% Deckungsgrad ist besser als eine PK mit 115% Deckungsgrad und 2% TZ. Für einen Vergleich müsste ein einheitlicher TZ festgelegt werden, ebenso gehörte die durchschnittlich erzielte Performance der PKs auf den Ausweis, schliesslich braucht es einen Massstab… Weiterlesen »