Eingeloggt Nicht eingeloggt Suche E-Mail Leseliste Aktiv auf Leseliste Drucken Uhr E-Mail Term-Tag Arrow Left Arrow Right Arrow Down Arrow Up Charts Lock Abo Circle Circle Open Six Exchange Six Exchange Facebook Twitter Linkedin Xing Googleplus Whatsapp
Märkte / Makro

Wer folgt auf Bernanke?

Der US-Notenbankchef Ben Bernanke ist noch nicht mal zurückgetreten, da ranken sich schon die Gerüchte um seine Nachfolge. «Finanz und Wirtschaft» weiss, wer die aussichtsreichste Kandidatin ist.

Auf Ben Bernanke ist verlass. Der frühere Wirtschaftsprofessor der Elite­universität Princeton hat sich während seiner gut sieben Jahren an der Spitze des Federal Reserve als standhafter Verfechter einer ultralockeren Geldpolitik erwiesen und damit an der Börse immer wieder für Kauflaune gesorgt. An den Märkten wird daher heftig darüber spekuliert, wer am 1. Februar 2014 nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit das Fed-Präsidium übernimmt.

Rücktritt ist noch nicht offiziell

Offiziell hat sich Bernanke zwar bisher nicht dazu geäussert, ob er für weitere vier Jahre als mächtigster Zentralbanker der Welt amtieren will. An seiner letzten Pressekonferenz von Mitte März sagte er nur, dass er mit Präsident Obama «ein wenig» über seine Zukunft gesprochen habe. Wie es aus dem Umfeld des 59-Jährigen aber heisst, möchte er seinen Posten abgeben. Zudem hat er bekräftigt, dass die US-Notenbank auch ohne ihn den Kurs halten könne: «Es gibt keine einzige Person, die unverzichtbar ist», sagte er dazu.

Sollte Bernanke tatsächlich zurücktreten, wird weitum erwartet, dass das Weisse Haus Janet Yellen zu seiner Nachfolgerin ernennen wird. Die 66-jährige Volkswirtin aus Brooklyn hat zunächst an der Universität von Berkeley gelehrt und stand zweimal dem wirtschaftlichen Beratungsgremium von Präsident Clinton vor. 2004 hat sie die Leitung der Fed-Distriktnotenbank San Francisco übernommen und amtiert seit Herbst 2010 als Vizepräsidentin im Direktionsgremium der US-Notenbank.

Geflatter im Taubenstall

Yellen ist wie Bernanke eine «Taube». Das heisst, dass sie in der Geldpolitik einen weichen Standpunkt bei der Inflationsbekämpfung vertritt und ihren Fokus in erster Linie auf die Wirtschaft respektive den Arbeitsmarkt legt. Dabei hat sie sich als noch kompromisslosere Verfechterin des Stimulusprogramms QE3 exponiert als der aktuelle Notenbankpräsident. Ginge es nach ihr, dürfte sich die bereits auf über 3000 Mrd. $ angeschwollene Bilanz des Federal Reserve kaum vor 2025 normalisieren.

Im weiteren Kreis der Anwärter rangiert Roger Ferguson. Der Afroamerikaner war von 1999 bis 2006 Vizepräsident im Fed-Direktorium und steht der Lehrerpensionskasse TIAA-CREF vor, die 3,7 Mio. Mitglieder zählt und annähernd 500 Mrd. $ verwaltet.

Zur Diskussion stehen könnte ferner der Ökonom Alan Blinder, der sich während der Krise der US-Automobilindustrie als einer der Ersten für die Verschrottungsprämie starkmachte und Mitte der Neunzigerjahre ebenfalls zum Direktionsgremium der US-Notenbank zählte.

Immer wieder als möglicher Anwärter genannt wird ausserdem Larry Summers. Der frühere US-Schatzminister polarisiert allerdings stark, was gegen die Ernennung zum Fed-Präsidenten spricht.