Es stehen immer ungefähr die «üblichen Verdächtigen» zuoberst, wenn das Weltwirtschaftsforum (Wef) die Wettbewerbsfähigkeit von Tourismusdestinationen erhebt. Spanien, Frankreich und Deutschland stehen auf dem Treppchen: eine Paella in Valencia, eine Baguette in Paris, ein Bier in Berlin – was will man mehr? Das Reiseland Schweiz hält in den Top Twelve ordentlich mit. Das Wef erstellt alle zwei Jahre einen Index auf Basis von vier Subindizes (Umfeld, Rahmenbedingungen, Infrastruktur, Ressourcen), die wiederum in eine Reihe von Sub-Subindizes aufgefächert sind. Das Ranking der Schweiz wäre noch höher, wenn sie im Kriterium Preise wettbewerbsfähiger wäre. Harter Franken und hohes Lohnniveau sind keine günstigen Voraussetzungen für Billigtourismus. Dennoch liegt die Schweiz mit dem gleichen Gesamtskore von 5,0 leicht vor Nachbar Österreich, wo nicht nur das Essen preiswerter ist als hierzulande. Mit schöner Natur und interessanter Kultur gesegnete Länder wie Mexiko (Rang 19) oder Südafrika (61) finden sich deutlich weiter hinten – als jeweils bestplatziertes Land Lateinamerikas bzw. Schwarzafrikas. Das zeigt, dass dort noch viel Potenzial brachliegt, weil die Rahmenbedingungen teilweise nicht stimmen; damit werden grosse Chancen verpasst, denn der grenzüberschreitende Tourismus wächst konstant rascher als der internationale Warenaustausch.