Wer hat den Global Health Security Index (GHS) bekannt gemacht? Donald Trump. Vor kurzem bezog sich der amerikanische Präsident darauf: Diese Erhebung beweise, dass die USA das am besten auf eine Pandemie vorbereitete Land überhaupt seien, sagte er. In der Tat stehen die USA mit 83,5 von 100 möglichen Punkten auf Rang eins. Das mag seine Berechtigung haben, doch der nicht eben als grosszügig bekannte Zugang des amerikanischen Publikums zum Gesundheitssystem weckt Vorbehalte – die im Zusammenhang mit Bewertungen solcher Art ohnehin stets angebracht sind; es handelt sich dabei nie um exakte Wissenschaft. Der GHS versucht, die Vorbereitungsstandards zum Umgang mit Epidemien und Pandemien in 195 Ländern zu messen. Die Schweiz ist auf Platz 13 einigermassen leidlich eingestuft; gut, dass das vom Coronavirus so hart betroffene Südkorea weiter vorn ist (9). Italien (31) und China (51) dagegen sind nur mässig gerüstet. Der GHS basiert auf sechs Subindizes, wovon drei den Kern bilden: Prävention (Schweiz: Rang 34), Früherkennung (48), Geschwindigkeit der Reaktion (3). Dazu kommen drei breiter gefasste Subindizes: Belastbarkeit des Gesundheitswesens (7), Bereitschaft zum Ausbau der Kapazitäten (18) und allgemeines Risikoumfeld (3). Der globale Befund ist ernüchternd – kein Land ist vollständig auf Epidemien und Pandemien vorbereitet. Auch nicht die USA.