Die werktätigen Massen in Brasilien haben’s gut: Ihnen stehen in der Regel dreissig bezahlte Ferientage zu (dazu kommen elf allgemeine Feiertage). Ähnlich sind die Verhältnisse in Bayern: Ebenfalls dreissig Tage, wie in ganz Deutschland üblich, plus noch vielleicht ein Dutzend Feiertage – dennoch ist Bayern das wirtschaftliche Powerhouse Deutschlands. Die ähnlich urlaubsfreundlichen Dänen und Finnen schlagen sich auch ganz wacker, die Franzosen und Spanier etwas weniger. Die Schweizer sind mit ihren fünfundzwanzig Tagen eine Woche weniger grosszügig mit sich selbst. 2012 lehnten sie es in einer Volksabstimmung mit Zweidrittelmehrheit und mit einem Nein in allen Kantonen ab, sich eine sechste Woche zu gönnen. Das überforderte besonders manche Presseorgane in EU-Ländern mental gehörig. In Nordamerika und Asien müssen sich Berufstätige mit vier oder weniger Wochen zufriedengeben. Das amerikanische Online-Reiseunternehmen Expedia (EXPE 115.8 -0.98%) erhebt regelmässig nicht bloss die auf dem Papier gewährten Ferientage, sondern auch, wie viele davon tatsächlich bezogen werden. Während in Europa diese Guthaben in der Regel ausgeschöpft werden (müssen), beziehen die Japaner – die legendär fleissigen «Salarymen» – im Schnitt nur zehn der zwanzig verfügbaren Tage, die Amerikaner nur zwölf ihrer bescheidenen fünfzehn. Immerhin gibt’s in Japan wie auch in den USA etliche allgemeine Feiertage.