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Werbegiganten Publicis und Omnicom bündeln Kräfte

Die Werbedienstleister planen eine Fusion unter Gleichen. Entstehen würde eine neue Nummer eins der Branche vor der britischen WPP.

(Reuters) Die beiden Unternehmen Publicis und Omnicom wollen sich zum weltgrössten Werbedienstleister zusammenschliessen. Geplant sei eine Fusion unter Gleichen, teilten die Unternehmen am Sonntag mit. Die Aktionäre der beiden Agenturen sollten jeweils rund 50% des Aktienkapitals des neuen französisch-amerikanischen Werbegiganten erhalten. Die Gesellschaft werde ihren Hauptsitz in Paris und New York haben. Die Transaktion soll im vierten Quartal oder in den ersten drei Monaten 2014 abgeschlossen werden.

35 Mrd. $ Börsenwert

Ein Zusammenschluss der beiden wäre der bisher grösste in der Werbebranche. Er würde die 4,9 Mrd. $ schwere Übernahme der Aegis-Gruppe durch die japanische Dentsu im März in den Schatten stellen. Publicis und Omnicom sind an der Börse addiert mehr als 35 Mrd. $ wert. Damit würden sie Marktführer WPP aus Grossbritannien übertreffen.

Publicis-Chef Maurice Levy und Omnicom-Chef John Wren wollen dreissig Monate lang als gleichberechtigte Vorstandsvorsitzende agieren. Danach soll Wren den Konzern allein leiten. Das neue Unternehmen soll in Paris und New York kotiert sein. Von der Fusion versprechen sich die Agenturen Synergieeffekte von 500 Mio. $. 2012 kamen Publicis und Omnicom zusammen mit 130 000 Beschäftigten auf knapp 23 Mrd. $ Umsatz. Entlassungen seien nicht geplant.

Mehr Chancen in aufstrebenden Märkten

Der fusionierte Konzern hätte bessere Chancen in Wachstumsmärkten wie Brasilien, China und Russland, sagte Analyst James Dix von Wedbush Securities. Die Fusion dürfte aber die Wettbewerbshüter auf den Plan rufen, ergänzte er. Das Vorhaben muss von verschiedenen Kartellbehörden genehmigt werden. Die Fusion könnte die Werbeindustrie weiter unter Druck setzen und zu einer Konsolidierung führen. «Was zuvor undenkbar war, könnte nun Sinn ergeben», sagte Analyst Brian Weiser von Pivotal Research. WPP könnte beispielsweise nach der US-Agentur Interpublic greifen.

Die Konkurrenz kritisierte die Fusionspläne. «Ich bin mir nicht sicher, dass dies im besten Interesse ihrer Kunden ist», sagte Havas-Chef David Jones. «Heutzutage wollen Kunden uns schneller, agiler und flinker, nicht grösser und komplexer.»