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Wie Analysten das ABB-Ergebnis beurteilen

Das Wachstum des Industriekonzerns dreht im vierten Quartal ins Negative. Marktbeobachter sehen die Erwartungen mehrheitlich bestätigt.

ABB (ABBN 17.6 2.3%) ist im vierten Quartal 2019 organisch 2% geschrumpft. Etwas zulegen konnte der Industriekonzern beim Auftragseingang, hier resultierte aus eigener Kraft ein Plus von 1%. Der operative Gewinn auf Stufe Ebita erhöhte sich auf vergleichbarer Basis um 24% auf 710 Mio. $. Damit verbesserte ABB die entsprechende Marge um 220 Basispunkte auf 10,1%. Unter dem Strich nahm der Gewinn um 3% auf 325 Mio. $ zu.

Die breit gestreuten Erwartungen der Analysten wurden beim Umsatz verfehlt, beim Auftragseingang und beim Gewinn jedoch leicht übertroffen. Einen quantitativen Ausblick macht ABB wie gewohnt nicht. Sie teilt aber mit, mit dem Erlös aus dem Verkauf der Stromnetzsparte Aktien zurückkaufen zu wollen. Die Titel notieren am Mittwoch im frühen Handel knapp 2% im Plus.

Vontobel

Beim Auftragseingang übertraf ABB die Erwartungen von Vontobel-Analyst Mark Diethelm auch dank dem umfangreicheren Volumen leicht. Umsatz und operativer Ebita hätten dagegen im Wesentlichen den Prognosen entsprochen.

«Angesichts der schwierigen Endmärkte und der nachlassenden kurzzyklischen Nachfrage konnte eine solide zugrundeliegende Entwicklung und Cashflow-Generierung verzeichnet werden.» Der Ausblick bleibe wie erwartet durchwachsen. Dies sei auch in den jüngsten Gewinnkorrekturen zum Ausdruck gekommen.

Zürcher Kantonalbank 

Richard Frei, Aktienanalyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB), beurteilt den Effekt des Ergebnisses insgesamt als «neutral». Das vierte Quartal sei wie erwartet durchzogen gewesen. «Kurzfristig erwarten wir keine signifikanten nachfrageseitigen Wachstumsimpulse.»

ZKB erwartet eine weitere Verbesserung der Profitabilität, die hauptsächlich auf interne Massnahmen zurückzuführen sein werde. «Der Antritt des neuen CEO Björn Rosengren und das geplante Aktienrückkaufprogramm ab dem dritten Quartal dürften unterstützend wirken.»

Helvetische Bank

Aus Sicht der Helvetischen Bank sind die Geschäftszahlen «okay», vor allem vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Rezessionsängste in der Automobil- und Kapitalgüterindustrie. Positiv hervorheben die Analysten die Verbesserung der operativen Marge.

«Die Abspaltung der Stromnetze und des Solarwechselrichtergschäfts sollten gegen Mitte 2020 abgeschlossen werden können.» Die geplante Verschabschiedung der Matrix-Organisation ist aus Sicht der Helvetischen Bank sinnvoll. Ausserdem sei der «Track Record» des neuen CEO, Björn Rosengren, eindrücklich. Bei Sandvik (SAND 140.9 -0.37%) steigerte er Umsatz und Marge zwischen 2014 und 2018 massiv. «So gesehen könnte er tatsächlich der richtige Mann für die anstehende Transformation sein.»

Goldman Sachs

Laut den Analysten von Goldman Sachs (GS 184.9 4.49%) liegt der Industriekonzern mit den Zahlen innerhalb der Erwartungen. Die US-Investmentbank geht davon aus, dass sich damit an der Prognose und der Konsenseinschätzung wenig ändern dürfte.

Citi

Für Citi hat ABB mit den Zahlen für das vierte Quartal gezeigt, dass sie sich in die richtige Richtung bewege. «Insbesondere die voranschreitenden Verbesserungen im Bereich Elektrifzierung sind positiv», schreiben die Analysten.