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Wie Anlageklassen verglichen werden können

Daniel Caderas, Fonds Manager Multi Asset
Daniel Caderas, Fondsmanager Multi Asset bei Schroders, erläutert, wieso Risikoprämien sich als Vergleichsgrösse eignen.

Die meisten Menschen vergleichen beim Abschluss einer Versicherungspolice die eingeschlossenen Leistungen mit der offerierten Prämie. Nicht selten werden dabei dank den heutzutage zur Verfügung stehenden Online-Vergleichsportalen verschiedene Anbieter verglichen, um herauszufinden, wo das Risiko am attraktivsten versichert werden kann. Im Zeitalter von Amazon (AMZN 960.57 -1.8%), Alibaba (BABA 163.92 2.77%), Zalando (ZAL 40.815 0.78%) und Co. wird inzwischen auch bei Büchern, Computerspielen, Flugbuchungen, Hotelbuchungen oder beim Kauf der neuesten Sportschuhe nicht selten breit verglichen, wo ein Produkt zu den attraktivsten Konditionen erworben werden kann. Dies sollte beim Anlegen nicht anders sein. Auch ein Investor bezahlt einen Marktpreis für eine Anlage, und auch ein Investor sollte sich mit der Frage auseinandersetzen, ob der gegenwärtige Preis für die Aktie X oder für die Anleihe Y sowohl individuell betrachtet als auch relativ zu anderen Anlagemöglichkeiten angemessen ist.

Der Preisvergleich bei Anlagen ist komplexer als bei der Anschaffung des aktuellsten Smartphones oder des neu erschienenen Bestsellerromans. Insbesondere dann, wenn ein Investor sich «Multi Asset», also über verschiedene Anlageklassen hinweg, orientiert, stellt sich die Frage, wie Preise effizient und vor allem Anlageklassen übergreifend verglichen werden können. Erschwerend kommt bei dieser Thematik hinzu, dass zu Hause problemlos einhundert Romane desselben Bestsellerautors im Bücherregal stehen können,  beim Anlageportfolio jedoch auf eine angemessene Diversifikation geachtet werden sollte. Das bedeutet, dass nicht nur der Preis einer einzelnen Anlage, sondern auch ihre Korrelation zu anderen Anlagen im Portfolio genau betrachtet werden sollte. Im Kernpunkt steht dabei die Tatsache, dass mit Investitionen Risiken einhergehen.

Risikoprämien als Vergleichsgrösse

Im Bereich Multi Asset können Risikoprämien als effiziente Vergleichsgrösse verstanden werden, um Anlagen untereinander vergleichbar zu machen. Um Risikoprämien zu beschreiben, ist es wichtig, ihren Hintergrund zu erläutern. Investoren denken bei ihren Anlageentscheidungen gewöhnlich in Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien etc. Die Schwierigkeit mit Anlageklassen ist, dass sie zwar als Kategorienkennzeichnung nützlich sind, jedoch keine Information zu den eingeschlossenen Risiken liefern. Anlageklassen sind also provokativ ausgedrückt schlichtweg gebräuchliche Namen für eine Sorte Wertpapier ohne Hinweis auf das inhärente Risiko. Dies limitiert die Einschätzung von Anlageklassen im Hinblick auf mögliche zukünftige Renditeveränderungen in verschiedenen Marktszenarien.

Anlageklassen können daher vereinfacht ausgedrückt mit Rohöl verglichen werden; es ist bekannt und ist relativ einfach handelbar, wird jedoch deutlich nützlicher, wenn es in einzelne Komponenten zerlegt und raffiniert wird. Die notwendige Zerlegung von Anlagen in unterliegende Risikotreiber und Risikoklassen wie Wachstum, Zinssensitivität, Inflation etc. liefert analog eine nützlichere Basis für die Zusammenstellung eines Portfolios und seine effizienter Steuerung als Anlageklassen. Wie jedoch wirkt sich ein Portfoliomanagement, das auf Risikoprämien statt auf Anlageklassen basiert, auf die Stabilität des Portfolios aus?

Effiziente Diversifikation

Nicht selten schätzen Investoren, die unterschiedliche Anlageklassen im Depot halten, ihr Portfolio als ausreichend diversifiziert ein. Aufgrund der Tatsache, dass Anlageklassen oft eine hohe Sensitivität gegenüber demselben zugrundeliegenden Risikofaktor aufweisen, erweist sich diese Diversifikation in volatileren Marktphasen jedoch nicht selten als nicht zufriedenstellend. Eine Aufschlüsselung von Anlageklassen in ihre zugrundeliegenden Risikofaktoren ermöglicht im Gegensatz dazu die Identifikation von Konzentrationen derselben Risikoquelle. Dabei wird der Problematik steigender Korrelation zwischen Anlageklassen während Marktkorrekturen begegnet und eine effizientere und vor allem stabilere Diversifikation erreicht.

Risikoprämien erlauben also, eine zentrale Komponente von Anlagen – nämlich ihre Risikotreiber – zu identifizieren und analog die Rendite, die Kompensation für Risiken,  sowohl individuell als auch im Kontext anderer Anlagen einzuschätzen. Die dadurch geschaffene Basisgrösse ermöglicht einen Vergleich zwischen Anlageklassen und erlaubt zu entscheiden, welche Anlagen die inhärenten Risiken aktuell über- oder unterkompensieren. Zudem lässt sich anhand der Kategorisierung von Risikotreibern in übergeordnete Risikoklassen ableiten, was die Haupttreiber von Rendite und Risiko des Portfolios sind, was wiederum die Frage beantwortet, warum das klassische Portfolio mit 60% Anleihen und 40% Aktien nicht als ausreichend diversifiziert gelten kann (90% Aktienrisiko).

Multi Asset Portfoliomanagement, welches mit Risikoprämien arbeitet, zielt entsprechend darauf ab stabilere Erträge mit tieferen Schwankungen zu liefern und bietet eine Möglichkeit den aktuell volatileren Marktbedingungen zu begegnen. Dabei ist es wichtig, dass eine fortlaufende Überwachung des Portfolios stattfindet und zeitgerecht Portfolioanpassungen vorgenommen werden können. Risikoprämien sind – wie Krankenkassenprämien – nämlich nicht statisch, sondern verändern sich dynamisch über die Zeit.

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