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Wie Christoph Blocher Geld verdiente

Heinrich Frei

Alt-Bundesrat Christoph Blocher verglich die Rede des luxemburgischen Vorsitzenden der Eurogruppe Jean-Claude Juncker mit der Kriegsrhetorik von Adolf Hitler. Er meinte auch in seiner Rede in Wynigen, man müsse manchmal laut und unanständig sein, wie der unbequeme Denker Jeremias Gotthelf. Ich bin jetzt auch so unanständig und erwähne Geschäfte, die Christoph Blocher früher gemacht hat: Er verdiente sein Geld seinerzeit auch mit dem Export von Kriegsmaterial. Das Unternehmen Patvag von Blocher stellte nämlich nicht nur Zünder für Airbags für Autos her. Es gab auch wehrtechnische Anwendungen dieser Zünder. Patvag lieferte Zündsysteme für iranische Raketen und arbeitete mit dem chilenischen Rüstungskonzern Fame unter der Diktatur von Pinochet zusammen. Heute produziert die Ems-Patvag offiziell keine Minenzünder mehr.

Schweizer Minen sind wie CH-Uhren Qualitätsprodukte. Verlegt und eingegraben, explodieren sie auch noch nach fünfzig Jahren, verletzen und töten Kinder und Bauern. Organisationen, die Minenräumungen durchführen, kennen die Schweizer Minen gut. Man findet sie auf vielen Schlachtfeldern, im Speziellen im Nahen Osten, im Iran, im Irak und in Ägypten, aber auch in Afghanistan. Die Patvag lieferte für Minen Zünder, bevor diese Zünder für Airbags Verwendung fanden.Heinrich Frei, Zürich

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