Märkte / Derivate

Wie die Börse auf den Bauern kam

Reis war einst Zahlungsmittel, und bis heute ist die Geschichte der Agrarrohstoffe eng mit derjenigen der Finanzmärkte verknüpft.

Mara Bernath und Alexander Trentin

Agrarrohstoffe spielen in vielen Portfolios nur eine Nebenrolle. Für die Börsengeschichte sind sie jedoch zentral: einerseits als Pioniere des modernen Börsenhandels, andererseits als Illustration der Exzesse der Finanzmärkte, von der Flut neuer Agrarfinanzprodukte im 20. Jahrhundert bis zur Nahrungsmittelkrise 2007/08.

Begonnen hat alles mit Reis. Im Japan des 17. Jahrhunderts war er nicht nur das wichtigste Lebensmittel, sondern auch eine Währung. Die Gebietsfürsten erhielten von ihren Untertanen Reis als Steuern und bezahlten damit wiederum die Gehälter ihrer Samurai. Finanzhäuser tauschten Reis gegen Papiergeld und akzeptierten das Getreide als Sicherheit für Kredite. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?