Märkte / Makro

Wie die EZB ihre Kritiker besänftigt

Fragmentierung und Verhältnismässigkeit sind die neuen Zauberworte der EZB. Im Streit mit dem Bundesverfassungsgericht zeichnet sich eine Einigung ab.

Nach der enormen Lockerung ihrer Geldpolitik bemüht sich die Europäische ­Zentralbank (EZB) inzwischen vor allem um Schadensbegrenzung. Negativzinsen, die Neuauflage der Staatsanleihenkäufe (PSPP) vergangenen November, bis hin zur Erhöhung des Pandemie-Kaufprogramms von Wertschriften PEPP haben der EZB nicht nur Lob eingebracht, sondern wachsende Kritik. Sie kommt aus unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft, vorwiegend aus Deutschland, aber nicht nur von dort.

Wissenschaftler und Politiker beklagen, dass die EZB mit ihren gezielten Geldkrediten an Banken (TLTRO III) für einen Zins von bis zu –1% zunehmend Unternehmen unterstütze, die nicht mehr  marktfähig seien (Zombies). Und die neu geschöpften Gelder via Staatsanleihenkauf flössen vor allem in jene Länder, die am wenigsten produktiv seien. EZB-Chefökonom Philip Lane erläuterte und rechtfertigte in den vergangenen Tagen gleich an mehreren Webinars die Massnahmen. Er betont das Risiko einer Fragmentierung der monetären Bedingungen im Euroraum. Es sei in einem heterogenen Währungsraum wie der Eurozone besonders hoch und gefährde die Umsetzung der Geldpolitik. Marktsegmente und Länder seien anfällig. Während des Coronaschocks sei nur noch die Zinsarbitrage zwischen dem Übernachtsatz OIS und deutschen Bundesanleihen intakt geblieben. Die EZB müsse hier handeln. Das Fed habe in den USA dieses Problem nicht.

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