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Wie die SNB gegen die Frankenaufwertung kämpft

Andreas Neinhaus

Es ist wieder soweit. Die Anzeichen häufen sich, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Devisenmarkt interveniert. Sie verkauft Franken respektive kauft Devisen, um zu verhindern, dass sich die Landeswährung zu sehr aufwertet. Die Sichteinlagen, die Banken bei der SNB halten, sind vergangene Woche um 1,2 Mrd. Fr. gestiegen. Das ist der Statistik zu entnehmen, die die SNB immer Montags publiziert.

Diese kurzfristigen Einlagen spiegeln «verdächtige» Liquiditätsschübe, die von der SNB ausgehen. In erster Linie handelt es sich um Devisenkäufe, wie die Erfahrung zeigt. Wenn auch nicht immer: Im Mai schnellten die Sichteinlagen bereits einmal um mehrere Milliarden Franken in die Höhe. Die Bewegung spiegelte allerdings die Auszahlung der Gewinnausschüttung der SNB an den Bund und die Kantone, wie Alexander Koch, SNB-Experte bei Raiffeisen Schweiz, erläutert. Und vergangenes Jahr verzerrte die Covid-Liquiditätskreditlinie, die die Nationalbank der angeschlagenen Wirtschaft bereitstellte, die Sichteinlagen nach oben.

Nur kleine Interventionen

Diesmal dürfte aber der Kampf gegen die Aufwertung im Mittelpunkt des Anstiegs der Einlagen stehen. Denn vergangene Woche kostete 1 € nur noch 1.075 Fr. Bereits Notierungen unter 1.10 Fr./€ bezeichnen viele Marktbeobachter als Schmerzgrenze, ab der die SNB in das Marktgeschehen eingreift. Der jüngste Kurstaucher unter 1.08 Fr./€ hat nun wohl auch den letzten Zögerer unter den Währungshütern wachgerüttelt.

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