Sich Bitcoin (Bitcoin 57'201.00 -1.07%) nur als Währung vorzustellen, greift zu kurz. Das Interessante an den virtuellen Münzen ist die revolutionäre Methode, wie Transaktionen sicher abgewickelt werden können. Der Übertrag von Eigentum soll verbindlich und nachvollziehbar sein. Normalerweise wird dafür eine zentrale Instanz gebraucht. Doch die Kryptographie – Verschlüsselungstechnik – macht es möglich, dass es auch ohne Notar oder Urkunde geht. Die sogenannte Public-Key-Kryptographie erlaubt die Verifizierung der Herkunft einer Nachricht – der Sender unterschreibt also, ohne dass diese Unterschrift gefälscht werden kann.

Dass die Transaktion autorisiert wurde, ist durch die Verschlüsselung abgesichert. Um jedoch sicherzustellen, dass die Bitcoin nicht mehrmals versendet werden, müssen die mit der Transaktion versendeten Bitcoin irgendwo registriert sein. In einer konventionellen Transaktion gibt es dafür ein zentrales Register, bei Währungen übernimmt die Funktion eine Bank, die Konten unterhält und Transaktionen zwischen den Konten abwickelt. Die Idee von Bitcoin ist nun, dass dieses Register über alle Benutzer verteilt wird. Es gibt damit keine zentrale Instanz, sondern die Buchführung der digitalen Währung liegt offen aus. In diesem Register werden alle bisherigen Transaktionen hinterlegt, und damit ist auch klar, welche Bitcoin zu wem gehören. Die Blockchain ist die komplette Liste dieser Transaktionen.

Damit eine Transaktion in diese Kette aufgenommen wird, muss sie von anderen Teilnehmern im Netzwerk verifiziert werden. Diese Teilnehmer schauen in der Blockchain nach, ob der Bitcoin schon einmal verwendet wurde. Die Computer, die im Bitcoin-Netzwerk die Transaktionen bestätigen, müssen dazu hohe Rechenkapazitäten aufwenden. Denn im Bestätigungsprozess wird ein Code – ein sogenannter Hash Value – gebildet, der in die Blockchain eingetragen wird. Die Komplexität zur Berechnung des Codes passt sich an, sodass die Validierung im Durchschnitt zehn Minuten benötigt.

Der Aufwand an Rechenkapazität sorgt dafür, dass die Bereitstellung der Bestätigung teuer ist. Eine Transaktion kann also nur mit hoher Rechenkapazität verifiziert werden. Es ist damit so gut wie ausgeschlossen, dass die Verifikation von jemandem aus Eigeninteresse gefälscht wird. Derjenige, der die Rechenzeit für Bitcoin bereitstellt, wird belohnt. Klappt die Bestätigung, erhält man 50 Bitcoin – so wird die Währung neu geschaffen.