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Meinungen

Wie gewonnen, so zerronnen

«Wer grosse Summen auf Bitcoin setzt, der sucht nach einem Dummen, der sie teurer abkauft.»
Die virtuelle Währung Bitcoin ist zum Spekulationsobjekt geworden. Dadurch wurde der Kurs fragil. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Alexander Trentin.

Lange dümpelte der Kurs der Digitalwährung Bitcoin nur vor sich hin. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. In den ersten neun Monaten des Jahres legte der Wert der virtuellen Münze rund 540% zu. Als einmal der Zug ins Rollen kam, sprangen immer mehr Investoren auf – trotz aller Warnungen. Die Euphorie war ein klares Zeichen einer Preisblase.

So rapide auch Bitcoin-Anleger ihren Einsatz versechsfacht hatten – bergab ging es sogar schneller. Seit Anfang Monat ist der Kurs von 5000 $ auf nur noch etwas über 3000 $ eingebrochen.

Auslöser war wohl, dass Peking noch diesen Monat alle Bitcoin-Handelsplätze in China schliessen wird. Aber die Kursentwicklung war fragil – ein beliebiges anderes Ereignis hätte den Absturz auslösen können. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Bitcoin-Blase platzt. Und es war wohl nicht das letzte Mal.

Zum Spekulationsobjekt verkommen

Als innovatives, gar revolutionäres Zahlungsmittel geschaffen, sind Kryptowährungen zum fast reinen Spekulationsobjekt verkommen. Wer bedeutende Summen auf solche Währungen setzt, der sucht nach einem grösseren Dummen, um später teurer zu verkaufen.

Jetzt braucht es neue Dumme, um den Preis zu stützen. So könnten neue Anlagefonds auf virtuelle Währungen dem Kurs von Bitcoin schnell wieder Schub geben.

Neuer Kursschub wäre kein gutes Zeichen

Dieser Schub wäre kein Signal dafür, dass sich digitale Währungen als Zahlungsinstrument etablieren, sondern es wäre ein Zeichen, dass sich eine neue Phase der Gier und der kurzfristigen Spekulation anbahnt. Bitcoin hat sich noch keine Nische im Finanzsystem erkämpft.

Und wenn Geschäfts- und Zentralbanken nun intensiv neuartige Lösungen erproben und später einführen, wird Bitcoin diese Nische auch nicht finden.