Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Jahresendausgabe 2021
Unternehmen / Technologie

Wie man die Plattformen vor sich selbst rettet

Das Eigeninteresse der Plattformen steht derzeit über allem. Es braucht neben Gesetzen wieder eine Prise Web 2.0.

Die Gangart gegen die US-Tech-Konzerne ist seit geraumer Zeit deutlich schärfer. Die US-Regierung hat sich die Re­gulierung von Amazon, Facebook und Co explizit auf die Agenda geschrieben. In Europa steht ein weitreichendes ­Gesetzespaket in der Vorbereitung, das sich direkt gegen die Unternehmen richtet.

Der Skandal, den Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen ausgelöst hat, hat den Druck noch zusätzlich erhöht. Haugen sprach sich vor dem US-Kongress und dem Europäischen Parlament für stärkere Regulierung aus. Durch sie vorgebrachte interne Dokumente hatten gezeigt, dass das Unternehmen, das seit kurzem Meta heisst, die negativen Effekte der Nutzung ­seiner Plattform in Kauf nimmt. Die Aufmerksamkeit von Nutzern steht über allem, sogar dem Wohlergehen Minderjähriger, wie die Enthüllungen belegen. Plattformen müssen sich ändern, die Frage ist nur, wie.

Vision aus dem Web 2.0

Plattformen wie Google, Facebook und Amazon haben trotz unterschiedlicher Geschäftsmodelle grundlegende Gemeinsamkeiten. Sie bieten ein Produkt an, das nur durch Skalen­effekte entsteht – je mehr Benutzer, desto grösser der Nutzen und die Marktmacht. Das zentrale Produkt ist die Infrastruktur, die Plattform an sich. Die Idee dazu entstammt dem sogenannten Web 2.0 der frühen Nullerjahre. Nutzer konnten Inhalte auf Plattformen wie dem Facebook-Vorgänger Myspace oder dem Bloggingdienst Livejournal selbst gestalten, teilen und kommentieren und wurden damit zu aktiven Teilnehmern im neuen «offenen» Internet. Damit war auch der Begriff der inhaltsagnostischen Plattform selbst geboren, den die Unternehmen sehr gezielt propagierten.

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