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Was die US-Wahl für Muni-Anleger bedeuten könnte

Die US-Präsidentenwahl rückt näher. Was bedeutet das für den Markt für US-Municipal Bonds? Portfoliomanager Jeffrey Burger schätzt die Aussichten ein.

In einem Jahr, das von COVID-19-Schlagzeilen geprägt ist, sind auch Anleger und Emittenten im Segment der Kommunalanleihen nicht vor der Berg- und Talfahrt gefeit, die die Pandemie auf dem Markt bislang auslöste. Die Auswirkungen von Ausgangssperren, Phasen mit verminderter Liquidität und steigende Arbeitslosenzahlen sind nur drei Faktoren, die seither von dem Sektor Tribut fordern.

Mellons leitender Portfoliomanager Jeffrey Burger weist darauf hin, dass der Sektor trotz allem deutliche Anzeichen für eine Erholung zeigt. Die Märkte für Kommunalobligationen erweisen sich überwiegend als belastbar – ungeachtet des Drucks, dem manche Emittenten auf dem Höhepunkt der Pandemie ausgesetzt waren.

«Trotz der jüngsten Herausforderungen verzeichneten die meisten Kommunen nach der Rezession robuste Einnahmesteigerungen und höhere Liquiditätsreserven. Wir gehen davon aus, dass Bundesstaaten und Kommunen gewisse Rücklagen für künftige Notfälle unangetastet lassen möchten und motiviert sind, einen Teil ihres Haushaltsdefizits über Kürzungen bei den Ausgaben zu decken. Ebenso könnten potenzielle Hilfen von der US-Bundesregierung dazu beitragen, dass sie nicht so stark auf Reserven zurückgreifen müssen. So oder so rechnen wir nicht damit, dass sich potenziell erschöpfte Rücklagen auf die Fähigkeit der US-Bundesstaaten auswirken, ihren Schuldendienst zu leisten», kommentiert Burger.

Die US-Wahl

Bei einer gewissen Normalisierung der Märkte – trotz der Besorgnis um eine zweite Welle von COVID-19-Infektionen – gilt die Aufmerksamkeit nunmehr der anstehenden Präsidentenwahl in den USA. Viele Anleger spekulieren, was ein Wahlsieg des republikanischen Amtsinhabers Donald Trump respektive des demokratischen Herausforderers Joe Biden für Sektoren wie den Markt für US-Kommunalanleihen bedeuten könnte.

Aus Burgers optimistischer Sicht könnte ein Erfolg jedes der beiden Kandidaten für Anleger, die Kommunalobligationen halten, eine gute Nachricht sein, denn sowohl Trump als auch Biden haben sich auf ihre Weise dazu verpflichtet, verstärkt in die US-Infrastruktur zu investieren. Nach Ansicht Burgers könnten beide Kandidaten dem Sektor entscheidende Impulse geben.

«Infrastruktur ist ein ausgesprochen wichtiger Bereich und ein wesentlicher Schwerpunkt der Politik. Ich gehe davon aus, dass unter Trump ebenso wie unter Biden letztlich eine Initiative zum spürbaren Ausbau der Infrastruktur kommt. Davon sollten US-Kommunalobligationen als Anlageklasse profitieren. Eigentlich ist das eine politische Frage, die darauf abhebt, wie ein Infrastrukturprogramm ausgelegt würde, um die Werte der jeweiligen Regierungspartei widerzuspiegeln», meint Burger.

Kontrollieren die Demokraten den Kongress und das Weisse Haus, so Burger weiter, sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Regierung mehr «grüne» und umweltfreundliche Projekte zur Ankurbelung der Konjunktur realisiert als unter einer republikanischen Führung.

Zu den Folgen eines Trump‘schen Wahlsiegs erklärt Burger: «Wird Trump wiedergewählt, wären die politischen Strategien in Bezug auf den Ausbau der Infrastruktur, die aus seiner Regierung hervorgingen, vermutlich nicht so ökologisch orientiert wie unter einer demokratischen Führung. Abgesehen davon würden wir dennoch erwarten, dass der Ausbau und die Entwicklung der Infrastruktur massgeblich im Fokus steht – nur eben in anderen Bereichen, als sie vermutlich von den Demokraten bevorzugt würden.

Gewinnt Trump, gehe ich davon aus, dass die Demokraten unter dem Druck stehen werden, Punkte zu finden, in denen sie mit seiner Regierung konform gehen. Wir können nur wenige Themen anführen, zu denen zwischen den beiden grossen Parteien gewisse Einigkeit herrscht. Die Notwendigkeit, die US-Infrastruktur zu verbessern, gehört dazu.»

Welche Regierung auch an die Macht kommt – laut Burger sind US-Flughäfen ein zentraler Bereich, indem vermutlich Infrastrukturausgaben getätigt werden. Obwohl sich der Lockdown kurzfristig verheerend auf den gewerblichen Flugverkehr ausgewirkt hat, prognostiziert Burger letztlich eine Erholung der Luftfahrtbranche. Im Hinblick darauf vertritt er die Überzeugung, dass Amerikas marode Flughafeninfrastruktur von überfälligen Sanierungsmassnahmen profitieren könnte.

Auch Strassen und Krankenhäuser könnten seiner Ansicht nach in den Genuss neuer Infrastrukturausgaben kommen. Er relativiert jedoch: Es müsse ein ausgewogenes Mass gefunden werden, um eine sinnvolle Verwendung öffentlicher Gelder sicherzustellen.

«Wird die Erneuerung der Infrastruktur richtig gemacht, so könnte das nach unserem Dafürhalten die Konjunktur kräftig anheizen. Andernfalls besteht jedoch die Gefahr, dass Kapital versenkt und letztlich öffentliche Mittel verschwendet werden», fügt Burger hinzu.

Neben Infrastrukturprojekten könnte im Falle eines demokratischen Wahlsiegs in den USA die Haltung dieser Partei in Steuerfragen ein weiterer potenzieller Pluspunkt sein, findet Burger. Seiner Auffassung nach dürften die Demokraten mit grösserer Wahrscheinlichkeit die Körperschaftsteuer anheben – wodurch steuerbegünstigte Kommunalanleihen attraktiver werden.

«Wir sehen bei einem demokratisch kontrollierten Senat, Repräsentantenhaus und Präsidentenamt eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung der Körperschaftsteuer. Für Kommunalobligationen könnte das bedeuten, dass sie als Anlageklasse für Unternehmen und Banken interessanter werden. Ein Faktor, der Kommunalanleihen für Anleger in den Vereinigten Staaten attraktiv macht, ist ihre Steuerfreiheit», wie Burger feststellt.

Doch wie die US-Wahl auch ausgeht: Burger räumt zwar ein, dass die COVID-19-Pandemie weitere Probleme verursachen könnte, beurteilt die Aussichten für den Sektor der US-Kommunalobligationen aber dennoch weiter optimistisch.

«Wir sind der Meinung, dass die Zahl der Ausfälle durchaus leicht ansteigen könnte, insbesondere in den riskantesten Marktsegmenten, seien es Seniorenwohnanlagen, Pflegeheime oder verwandte Bereiche. Der Löwenanteil dieser Anlageklasse wird jedoch Zahlungen pünktlich bei Fälligkeit leisten.

Auf regionaler Ebene müssen US-Bundesstaaten einen ausgeglichen Haushalt vorweisen. Dabei stehen ihnen viele Instrumente zur Verfügung, um diese Verpflichtung zu erfüllen. Unter anderem können sie Ausgaben kürzen und/oder Steuern erhöhen. Im Vergleich sollten sich US-Bundesstaaten und Kommunen mit diversifizierten Einnahmeströmen und soliden Pensionssystemen unseres Erachtens in diesem Umfeld als robust erweisen. Dazu ist noch anzumerken, dass Kommunalanleihen in der Vergangenheit unter verschiedenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erstaunlich belastbar waren», stellt er abschliessend fest.