Märkte / Emerging Markets

Wie Peking an der Regulierungsschraube dreht

Für chinesische Unternehmen wird es schwieriger, sich im Ausland zu kotieren. Aber auch höhere Steuern sind im Gespräch.

Seit Monaten schauen ausländische Anleger zu, wie die chinesische Regierung – oft unerwartet und abrupt – an der Regulierungsschraube dreht und damit Marktturbulenzen auslöst. Nun erschwert es Peking den Unternehmen, sich im Ausland zu kotieren.

Wer grosse Mengen an Nutzerdaten sammelt oder in sicherheitssensitiven Bereichen operiert, soll seine Aktien gar nicht mehr an einer ausländischen Börse platzieren dürfen. Der Tech-Sektor wäre damit von neuem Kapital ausländischer Aktionäre ausgeschlossen. Der Fahrdienstvermittler Didi wurde wegen der anstehenden Regulierung gewarnt, sich nicht in New York kotieren zu lassen – als dies trotzdem geschah, durfte er zeitweise keine neuen Nutzer aufnehmen.

Offshore-Struktur in Kritik

In Peking wird diskutiert, inwieweit eine bisher sehr beliebte Struktur zur Kotierung ausserhalb von Festlandchina noch zugelassen wird. Ausländischen Aktionären ist es gesetzlich verboten, sich an Unternehmen zu beteiligen, die sicherheitsrelevant sind. Daher kann man auch nicht direkt Aktien von chinesischen Tech-Gesellschaften wie Alibaba kaufen. Als Schlupfloch wurde daher die Offshore-Struktur Variable Interest Entity (VIE) erfunden. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?