Unternehmen / Gesundheit

Wie sich Schweizer Unternehmen gegen das Coronavirus wappnen

Im Kanton Tessin ist erstmals ein Fall des neuartigen Virus bestätigt worden. Schindler, Swatch Group und Mikron haben bereits erste Vorkehrungen getroffen.

(AWP) In der Schweiz ist erstmals ein Fall des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Das gab der Bund am Dienstag bekannt. Der Fall ist laut den Tessiner Behörden im Südkanton aufgetreten.

Um 17 Uhr informiert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Bern, wie einer Medieneinladung zu entnehmen ist. Das Genfer Labor, das für die Analyse aller Verdachtsfälle in der Schweiz zuständig ist, habe einen Fall von Coronavirus-Infektion bestätigt, schreibt das Tessiner Gesundheitsdepartement.

Verfolgen Sie die Medienkonferenz des BAG im Livestream:

Erhöhte Bereitschaft

Bisher haben die Schweizer und Tessiner Behörden trotz der Ausbreitung des Coronavirus im nahen Norditalien nur sanfte Massnahmen beschlossen. Einige Unternehmen haben dagegen bereits präventive Massnahmen getroffen, um das Risiko zu minimieren. Unternehmen wie der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler (SCHP 239.5 0.67%) oder der Präzisionsmaschinenhersteller Mikron (MIKN 5.28 -0.75%) setzen beispielsweise auf Home Office vor allem für Mitarbeitende in Risikogebieten.

Der Uhrenkonzern Swatch Group (UHR 195.35 1.9%), der im Tessin in Stabio und Genestrerio rund 600 Mitarbeitende beschäftigt, kontrolliert die Temperatur seiner Angestellten, wie es gegenüber RSI sagte. Bislang sei man dabei auf keine Probleme gestossen.

Die Schweiz sei «in erhöhter Bereitschaft», sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Montagnachmittag vor den Bundeshausmedien. In Italien, unweit der Schweizer Grenze, nähmen die Coronavirus-Fälle seit dem Wochenende rasch zu. Damit erhöhe sich das Risiko für die Schweiz. «Der Bundesrat verfolgt die Situation Stunde für Stunde.»

Am Montagnachmittag hatten die Tessiner Behörden an einer Medienkonferenz bekanntgegeben, anders als einige italienische Regionen keine Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen, Schulen, Bar oder Restaurants zu beschliessen. Täglich pendeln fast 68’000 Grenzgänger aus Norditalien ins Tessin.

Die aktuellen Regelungen sind der Tessiner Handelskammer zufolge angemessen: «Unsere Mitglieder haben uns keine speziellen Probleme gemeldet und die Situation ist aktuell unter Kontrolle», sagte Handelskammer-Direktor Luca Albertoni am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Sollte sich die Situation verschlechtern, wären etwa die Hotellerie, das Gastgewerbe, die Industrie oder das Gesundheitswesen besonders betroffen.

Gesundheitsminister-Treffen

Derweil breitet sich das Coronavirus in Italien auf immer mehr Regionen aus. Die Zahl der Infizierten stieg bis Dienstagmittag auf rund 280. Die italienische Regierung hat drastische Massnahmen gegen das Virus ergriffen.

Elf Ortschaften, zehn in der Lombardei und eine in Venetien, wurden abgeriegelt. Der Karneval in Venedig wurde abgebrochen, Fussballspiele und andere Grossveranstaltungen wurden abgesagt. Schulen und Universitäten in allen betroffenen Regionen bleiben vorerst geschlossen.

Am Dienstag haben sich die Gesundheitsminister aus Italien, der Schweiz, Deutschland, Slowenien, Frankreich und Österreich in Rom zu Beratungen getroffen. Bundesrat Alain Berset nahm für die Schweiz an dem Treffen teil.