Die Warteschlangen vor Tankstellen im Vereinigten Königreich und im Libanon, die chinesischen Fabriken, die wegen Strommangel ihre Produktion stoppen müssen, und die global steigenden Gaspreise – das alles führt der Welt eindrücklich vor Augen, wie wichtig eine funktionierende Energieversorgung ist. Die momentane Knappheit heizt zudem die bereits seit längerem geführte Diskussion weiter an, in welche Energieträger mehr investiert werden soll.
Dabei drehen sich die Argumente meist um Zuverlässigkeit und Emissionen von schädlichen Treibhausgasen. Bei der Kontinuität gewinnen die fossilen Brennträger – anders als Wind und Sonne stehen sie immer zur Verfügung, um in Strom umgewandelt zu werden. Dagegen halten die Verfechter der erneuerbaren Energien die Umweltbilanz von Öl, Gas und Kohle. Was oft nur im Zusammenhang mit Atomstrom erwähnt wird, ist die Sicherheit. Doch diese ist eigentlich ein weiteres Argument gegen fossile Brennträger: Kohle verschmutzt nicht nur die Umwelt am stärksten, es sterben auch am meisten Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung und wegen Unfällen im Bergbau und in Verbrennungsanlagen. Gas und Öl sind zwar weniger schlimm, schneiden aber lange nicht so gut ab wie die erneuerbaren Energieträger und der Atomstrom – selbst wenn man die Opfer der Reaktorkatastrophen miteinberechnet.