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Blogs / Momentum 17:03 - 18.07.2013

Wie Spekulationsblasen wachsen – und platzen

Mark Dittli
Die Kreditschöpfung des Finanzsektors wird in der Mainstream-Ökonomie immer noch ignoriert. Ein niederländischer Ökonom will das ändern.

In regelmässigen Abständen haben Spekulationsblasen in den vergangenen Jahrhunderten sagenhafte Vermögen geschaffen – und vernichtet.

Klassiker sind die Tulpenblase in Amsterdam (1634), die Südsee- und die Mississippi-Manie in London respektive Paris um 1720 sowie mehrere Eisenbahnspekulationsblasen im 19. Jahrhundert. In neuerer Zeit sind Japan in den Achtzigerjahren, der Technologiewahn in den späten Neunzigern sowie mehrere Immobilienblasen zu erwähnen.

Wieso aber entstehen überhaupt Blasen? Und welche äusserst zentrale Rolle spielt dabei der Kreditschöpfungszyklus im Bankensystem? Die Mainstream-Ökonomie ignoriert die Rolle des Finanzsektors in der Realwirtschaft weitgehend. Und in der modernen Finanzlehre hatten Spekulationsblasen ohnehin lange keinen Platz: In effizienten Märkten, so lautete die irrwitzige Annahme, kann es gar nicht zu derart heftigen Übertreibungen kommen.

Dirk Bezemer, Ökonom an der Universität Groningen in den Niederlanden, hat sich auf die Erforschung des Kreditzyklus spezialisiert. In einer amüsanten, vierteiligen Kurzfilmserie geht er der Geschichte des Kreditwesens nach.

Die vier Filme dauern zusammen etwa 50 Minuten. Wenn Sie Zeit haben: Es lohnt sich!

Teil eins geht der Geschichte des Kreditwesens nach und erörtert, wie Geld in einer Wirtschaft überhaupt entsteht:

Der zweite Teil befasst sich mit der Frage, wie Spekulationsblasen entstehen:

Der dritte Teil erklärt, wie es zu Finanzkrisen kommt:

Und der letzte Teil von Bezemers Reihe schliesslich erklärt die besondere Mechanik des Schuldenabbaus (Deleveraging), der die Wirtschaft nach dem Platzen einer kreditfinanzierten Spekulationsblase hemmt:

Und wenn wir schon beim Thema Spekulationsblasen sind: Hier ein packender Vortrag des an der ETH Zürich lehrenden Physikers Didier Sornette, der mit seinem Financial Crisis Observatory den Beweis erbringen will, dass sich spekulative Exzesse rechtzeitig erkennen lassen.

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