Unternehmen / Finanz

Wie Versicherer vorbildlich wirtschaften wollen

Mit Policen und Investments soll gleichermassen nachhaltig Wirkung entstehen. Weil Klima- und Cybergefahren zunehmen, verteuern sich die Versicherungstarife.

Es ist schon wesentlich mehr als nur Absichtserklärung, was die grossen Versicherungsunternehmen für ein vorbildliches Wirtschaften tun. In der Anlage der milliardenhohen Versicherungsgelder berücksichtigen sie Kriterien der nachhaltigen Geldanlage. Versicherungskontrakte mit Unternehmen aus besonders schadstoffintensiven Branchen werden aufgegeben oder nur mit Auflagen verlängert. Selbst wenn dann Konkurrenten mit weniger Skrupeln einspringen, verschlechtern sich für die Nachfrager die Policenbedingungen und Prämiensätze, weil sie weniger den Anbieterwettbewerb spielen lassen können.

Im Vorfeld des Schaulaufens von Regierungen und Unternehmen an der Klimakonferenz COP26 in Glasgow erinnerte die Net-Zero-Versicherervereinigung in einer aktuellen Mitteilung, die direkten und über das operative Geschäft indirekten Treibhausgasemissionen bis 2050 auf «netto null» zu bringen. Mit dieser Avance wollen die Versicherungsmanager auch Privathaushalte anspornen, sich selbst im Ressourcenverbrauch bei Wohnen und Mobilität sowie bei der Anlage privater Vermögen in gleicher Richtung zu bewegen.

In der Geldanlage eine verbesserte Selektion

Die Assekuranzbranche investiert die Prämien- und Kundengelder mehrheitlich in Obligationen und zu geringeren Anteilen in Immobilien und Aktien. Aus diesen Anlagen werden bei Fälligkeit Renten- und Schadenzahlungen geleistet. Der Rück- und Industrieversicherer Swiss Re hat im gut 100 Mrd. $ grossen Portfolio ab 2017 für die Anlagebausteine Unternehmensanleihen, Aktien- und Alternativanlagen auf eine verbesserte Selektion entlang spezifischer Nachhaltigkeitsindizes umgestellt, wie Investmentchef Guido Fürer im Juli im Gespräch erläuterte. Das bringe zwar nicht zusätzliche Rendite, meint er: «Aber unsere Erfahrung damit ist, dass das Ausfall- und das Schwankungsrisiko geringer als in Standardindex-Portfolios ist.»

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