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Wildwuchs bei den Asset-Preisen

Brendan Mulhern

Erinnern Sie sich bitte an drei Ereignisse aus dem Jahr 2017: Im Juni emittierte der Staat Argentinien eine 100-jährige Anleihe. Obwohl in der Vergangenheit bereits mehrfach zu Zahlungsausfällen dieses Landes gekommen ist, war das Papier 3,5-fach überzeichnet. Im November sorgte der Verkauf des Gemäldes «Salvatore Mundi» von Leonardo Da Vinci für 450 Mio. US-Dollar als teuerste Transaktion am Kunstmarkt aller Zeiten für Schlagzeilen. Ungefähr zur gleichen Zeit befand sich der Bitcoin mitten in einem kometenhaften Aufwärtstrend, der im Dezember bei rund 19.500 US-Dollar sein Allzeithoch erreichte.

Für den Newton-Strategen Brendan Mulhern werfen diese Ereignisse eine wichtige Frage auf: Wird 2017 als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die jüngste Asset-Blase an den globalen Märkten ihren Höhepunkt erreicht hat? Seiner Meinung nach handelt es sich bei der Preisinflation, wie sie derzeit in ausgewählten Anleihensegmenten, am Kunstmarkt sowie beim Bitcoin zu beobachten ist, größtenteils um eine unvermeidliche Folge der hyper-aggressiven Geldmarktpolitik der letzten Jahre. Die Ära des billigen Geldes hat Anleger auf der Jagd nach Rendite dazu gebracht, immer größere Risiken einzugehen und sich dabei zunehmend auch Nischensegmenten und exotischen Anlageformen zuzuwenden.

Nirgends ist dieser Trend offensichtlicher als am Markt für Hochzinsanleihen, an dem das Emissionsvolumen im Jahr 2017 ein Rekordhoch erreichte. Gleichzeitig waren die Covenants noch nie so locker formuliert und die Bonitätsqualität noch nie so niedrig wie momentan. Mulhern dazu: «Egal, wo man hinschaut – überall findet man Hinweise auf eine Blasenbildung. Unserer Meinung spricht dies dafür, dass schwierige Zeiten auf uns zukommen könnten.»

In diesem Zusammenhang weist Mulhern auf einige Präzedenzfälle aus der Vergangenheit hin. «Eine Parallele lässt sich beispielsweise zu den ‚Sonnenblumen‘ von Van Gogh ziehen, die 1987 von einem japanischen Investor zum damaligen Rekordpreis von 39,9 Mio. US-Dollar erstanden wurden», erklärt er. «Wie sich aber herausstellte, markierte dies den Höhepunkt der japanischen Wirtschaftsblase, auf den kurze Zeit später der Zusammenbruch des japanischen Aktienmarktes folgte. Zwei Jahrzehnte später häufen sich die Warnsignale erneut und beschränken sich nicht nur auf den Kunstmarkt.»

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