Imposante Infrastruktur irgendwo unter Innertkirchen: Diese transeuropäische Gasleitung durchquert die Schweiz von der deutschen an die italienische Grenze. Fragt sich bloss, wieviel Gas in naher Zukunft überhaupt noch durchfliessen wird. Rund ein Zehntel des Volumens ist für die Schweiz selbst bestimmt. Inwieweit ist die Versorgung mit Gas – und Strom – hierzulande überhaupt noch gesichert? War nicht einst im Bundeshaus gar die magistrale Erleuchtung propagiert worden, zur Not Gaskraftwerke in Betrieb zu nehmen, um den politisch gewollten Ausfall der Atomenergie zu überbrücken? Russlands Drohgestik am Gashahn ist das eine, hausgemachte Knappheit das andere. Der Gedanke an die kältere Jahreszeit (in spätestens drei Monaten ist es soweit) lässt einen jedenfalls frösteln. «Now is the winter of our discontent», sagt der König in Shakespeares Drama «Richard III.» gleich zu Beginn. Viele Briten können sich an den Winter des Missvergnügens 1978/79 erinnern. Zweistellige Teuerungsraten trugen dazu bei, dass erstmals seit Kriegsende der Lebensstandard sank, endlose Streiks zermürbten die Bevölkerung. Im Frühling darauf stürzte Labour, Maggies und Majors Tories hielten 10, Downing Street bis 1997.