Winterthur liegt im lauschig-ländlichen Delaware, erst noch – wer hörte da nicht gleich die Gläser klingen? – im Brandywine-Tal. Winterthur, «pronounced winter-tour», wie es auf der einschlägigen Website heisst, ist ein Museum für amerikanisches Kunsthandwerk, vor allem antike Möbel, aus der Zeit von 1640 bis 1860. Henry Francis du Pont, Spross aus schwerreichem Industrieadel und leidenschaftlicher Gärtner, legte diese umfängliche Sammlung im 20. Jahrhundert an. Schon 1837 hatte sich hier eine Tochter aus der Du-Pont-­Dynastie niedergelassen und mit ihrem Gemahl Jacques Antoine Bidermann ein Landhaus erbaut; Bidermann taufte das Anwesen Winterthur, zu Ehren seiner Ahnen. Es darf angenommen werden, dass Joe Biden, vielleicht schon bald Präsident der USA, dieses Winterthur kennt; Delaware, sein Heimatstaat, ist schliesslich überschaubar klein (aber fein, das kulante Gesellschaftsrecht hat Holdings sonder Zahl angelockt). Bidens Frau Jill war 2014 als Second Lady im «richtigen» Winterthur. Sie besuchte in der Eulachstadt einen Kongress zum Thema Berufsbildung, gab sich angemessen beeindruckt und sagte, Amerika möchte vom Schweizer Modell lernen. Ob sie sich als First Lady daran erinnern wird?
(Bild: Laszlo Bodo)