Unternehmen / Konsum

Hayek: «Wir stehen wegen der Smartwatch nicht unter Druck»

Nick Hayek, CEO Swatch Group, nimmt die Konkurrenz von Apple und Co. gelassen. Eine ernsthafte Gefahr für die Schweizer Uhrenindustrie sieht er nicht.

Herr Hayek, sind Sie beunruhigt, weil und wie Apple mit der Smartwatch in den Uhrenmarkt einsteigt?
Nein. Der Zeitpunkt der Präsentation – bis zum Markteintritt dauert es noch vier Monate – zeigt, dass Apple (AAPL 313.05 -2.26%) wie die anderen Mobilgerätehersteller hypernervös ist. Weil dort der Wettbewerb immer härter wird, sehen sie sich gezwungen, neue Geschäftsfelder zu erschliessen.

Und umgekehrt: Muss Swatch Group in neue Bereiche vorstossen?
Nein, Swatch Group (UHR 244.8 -0.97%) muss nicht in die Konsumelektronik vorstossen. Wir haben keine Pläne, uns in die Mobiltelefonie zu begeben. Das ist ein anderes Geschäft. Wir stehen wie die ganze Schweizer Uhrenindustrie nicht wegen der Smartwatches unter Druck, sondern wegen des starken Frankens. Marken wie Swatch und Tissot dürften die Konkurrenz von Apple und Co. aber zu spüren bekommen. Wird die Smartwatch tatsächlich zu einem grossen Thema, sind die Chancen für Swatch und Tissot gegeben. Geht es darum, in Uhren zusätzliche Funktionen einzubauen, sind wir bestens positioniert. Mit Batterien, Mikrochips, Quarz und Displays kennen wir uns aus, da sind wir spitze. Schöne Uhren zu fertigen, die dem Träger gefallen, ist unser Kerngeschäft. Wir sind somit in einer viel besseren Lage als die Konsumelektronikgesellschaften. Wenn Apple mit dem Ruf als Designer von ikonenhaften Gadgets zur Navigation auf die Krone zurückgreift, was Abraham Louis Breguet erfunden hat, suchen sie Elemente der Uhrenindustrie. Das freut mich, innovativ ist es aber nicht.

Dennoch: Werden etablierte Uhrenmarken im unteren Preissegment nicht Marktanteile verlieren?
Wir sehen eine Chance, dass das Uhrengeschäft erweitert werden kann, und nicht, dass es zu einer Kannibalisierung kommt. Und wir arbeiten daran, diese Möglichkeiten zu entwickeln.

Wann sehen wir Uhren mit intelligenten Funktionen aus Ihrem Haus? Haben Sie und die Schweizer Industrie etwas verschlafen?
Nein, wir haben gar nichts verpasst. Wir werden etwas bringen, was dem Konsumenten einen Nutzen bringt. Mit der Swatch Touch werden wir 2015 so weit sein.