Märkte / Makro

Wirtschaft in der Eurozone wächst wieder

Im Juli verbessert sich die Stimmung in der europäischen Wirtschaft. Der Einkaufsmanagerindex überschreitet deutlich die Wachstumsschwelle.

(Reuters) Die Wirtschaft in der Eurozone kehrt nach der Talfahrt in der Corona-Krise zurück in die Wachstumsspur. Der Einkaufsmanagerindex, der die Geschäfte von Industrie und Dienstleistern im gesamten Währungsgebiet zusammenfasst, stieg im Juli auf 54,9 Punkte von 48,5 Zählern im Vormonat. Dies teilte das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter Tausenden Unternehmen mit. Damit hat die Wirtschaft die Wachstumsschwelle von 50 Punkten deutlich überschritten. Sie legte erstmals seit Februar wieder zu – mit dem höchsten Wachstumstempo seit über zwei Jahren.

«Der Aufschwung im Servicesektor deutet auf eine weitere Konjunkturbelebung im dritten Quartal 2020 hin», sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. «Ob der Aufschwung nachhaltig sein wird, hängt in erster Linie von der weiteren Entwicklung der Infektionszahlen ab.» In Deutschland stieg das Konjunkturbarometer auf 55,3 Zähler, nach 47,0 Punkten im Juni. Grund war vor allem, dass es bei den Dienstleistern mit 55,6 Punkten nach dem Lockdown wieder spürbar bergauf ging, während die Industrie mit 51 Zählern nur leicht über der Wachstumsschwelle lag. Im dritten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft um 6% zulegen, nach dem Rekordeinbruch von 10,1% im Frühjahr, sagte Markit-Experte Phil Smith.

Die Wirtschaft im gesamten Euroraum war wegen der Pandemie-Krise im zweiten Quartal um 12,1% geschrumpft. Für das laufende Sommer-Quartal erwarten Ökonomen allerdings ein deutliches Wachstum. «Die Erholung auch der Dienstleistungssektoren setzte sich im Juli fort», sagte Helaba-Experte Ralf Umlauf. «So verdichten sich die Hinweise, dass das dritte Quartal mit kräftigen Wachstumsraten einhergehen wird, solange es nicht erneut zu erheblichen Lockdown-Massnahmen kommt.»

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