Die behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung der Coronaepidemie ziehen nicht nur dem Sport und der Gastronomie/Hotellerie den wirtschaftlichen Boden unter den Füssen weg, sondern auch der Kultur. Unter dem geltenden Regime wird es für viele kulturelle Institutionen nahezu unmöglich, ihre Tätigkeiten fortzusetzen. Neben dem gesellschaftlichen Verlust wird die wirtschaftliche Bedeutung der Kultur eher gering eingeschätzt – zu Unrecht. Gemäss der neuesten Kulturwirtschaftsstatistik umfasste der Kultursektor 2018 über 63 000 Unternehmen und beschäftigte 312 000 Mitarbeiter, entsprechend rund 10,5% aller Unternehmen in der Schweiz und 6,3% der Erwerbstätigen. Die Anzahl der Kulturschaffenden ist seit 2011 rund 10% gestiegen. Die Wertschöpfung allerdings ist im Trend leicht rückläufig. Sie erreichte 2018 gut 15,2 Mrd. Fr., entsprechend 2,1% des Bruttoinlandprodukts. Noch 2011 belief sie sich auf 2,5% des BIP. Der Rückgang in der betrachteten Zeitspanne ist auf die Entwicklung im ­Bereich Buch und Presse, Audiovision und Multimedia zurückzuführen. Die Wertschöpfung schrumpfte hier 14%. Das stärkste Wachstum verzeichnete dagegen der Bereich Museen, Denkmäler, Archive/Bibliotheken, Architektur. Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz leicht unter dem Durchschnitt. In der EU erreichte die Wertschöpfung der ­Kultur 2017 einen Anteil von 2,3% des BIP.