Märkte / Makro

Frankreich muss mehr aufholen als Italien

Analyse | Die Wirtschaftsleistung in Europa ist erwartungsgemäss im Frühjahr stark eingebrochen. Auffällig ist, wie stark Frankreich hinter Deutschland und Italien zurückbleibt.

Die europäische Wirtschaft ist während des Pandemiestillstands im Frühjahr stärker eingebrochen als die amerikanische. Das geht aus der ersten Schätzung der amtlichen Statistiker hervor. Für die Eurozone meldet das Statistikamt Eurostat einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) im zweiten Quartal um 12,1% im Vergleich zum ersten Quartal. In der gesamten EU schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 11,9%. Zum Vergleich: Das BIP der USA ging um 9,5% zurück, was auf das Jahr hochgerechnet 32,9% entspricht.

In vielen Ländern dürfte der Tiefpunkt der historischen Wirtschaftskrise im April erreicht worden sein. Seit Mai konnte die Erholung mit der Lockerung der Beschränkungen langsam an Fahrt gewinnen. Da aber der Einbruch, der oft schon im März, also im ersten Quartal begonnen hatte, so tief war, steht für das gesamte Vierteljahr von April bis Juni unterm Strich ein heftiges Minus, das so seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr beobachtet wurde. Da die Vergleichsbasis allerdings sehr niedrig ist, dürfte es bereits im laufenden Sommerquartal als Gegenbewegung zu starken Zuwächsen kommen, was viele Konjunkturindikatoren bislang auch bestätigen. Bis der Einbruch aber komplett aufgeholt ist, wird noch längere Zeit vergehen.

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