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Der grösste Vermögensverwalter der Welt sieht ein Jahr der Aktien – und bevorzugt zwei Sektoren, die für die Schweizer Börse besonders wichtig sind.

Wenn BlackRock ihren Ausblick für das kommende Jahr kommentiert, hören alle Investoren dieser Welt ganz genau zu. Denn der amerikanische Asset-Manager ist der weltgrösste Investor. Über 4,5 Bio. $ an Kundenvermögen verwaltet er in seinen Portfolios.

Für 2o17 erwarten die BlackRock-Auguren gleich drei sogenannte Wendepunkte, die für die Entwicklung an den Finanzmärkten entscheidende Bedeutung haben.

Oder um es in den Worten von Richard Turnill, Global Chief Investment Strategist von BlackRock, zu sagen: «Erstens zieht das Weltwirtschaftswachstum an. Dieser Trend wird sich 2017 fortsetzen. Zweitens sehen wir eine allmählich steigende Inflation. Und drittens gehen wir davon aus, dass sich die Zinsen allmählich nach oben entwickeln.»

Raus aus Obligationen, rein in Aktien

Vor allem die Kombination langsam anziehender Inflationsraten und Zinsen ist für Turnill wichtig: «In einem solchen Umfeld haben Aktien historisch gesehen in 80% aller Fälle besser performt als Obligationen.»

Aus diesem Grund ist für BlackRock klar: Das Jahr 2017 wird zum Jahr der Aktien erklärt – aber mit einem gewichtigen Unterschied zu den grossartigen Aktienjahren 2009 bis 2015. Nur Titel aus gewissen Sektoren werden von Kursgewinnen profitieren können. Und: Die Differenz zwischen den Gewinner- und den Verliereraktien wird 2017 noch grösser ausfallen als dieses Jahr.

Mit dieser Meinung steht BlackRock nicht allein da. Gegenüber FuW haben auch andere Vermögensverwalter ihre Präferenz für Aktien erklärt. «Der Aufschwung bei Aktien geht weiter», sagt beispielsweise Pictet-Chefstratege Alfred Roelli. Und Thomas Stucki, Anlagechef der St. Galler Kantonalbank, prophezeit für 2017 «einen Blitzstart für Aktien».

Finanz- und Gesundheitswerte bevorzugt

Nigel Bolton, der Leiter europäische Aktien bei BlackRock, zählt vor allem drei Bereiche zu seinen Favoriten: die sogenannten Dividend Growers – also Papiere, die kontinuierlich die Gewinnausschüttung erhöhen – sowie die Finanz- und die Gesundheitstitel.

Vor allem letztere zwei Bereiche sind für den Swiss Market Index eminent wichtig. Roche und Novartis sowie UBS sind im Leitindex überdurchschnittlich hoch gewichtet. Daraus lässt sich ableiten, dass dem SMI ein sehr gutes Aktienjahr bevorsteht – ganz im Gegensatz zu den vergangenen 24 Monaten.

Kleiner Spielverderber könnte hingegen Nestlé sein – sofern die Prognosen eintreffen. Denn auf der Minus-Liste befinden sich die bondähnlichen Aktien – dazu zählen beispielsweise Versorger- und Telecomvaloren – sowie Basiskonsumgütertitel.

«Wir werden angesichts des sich ändernden Umfelds eine Sektorroation von Obligationen zu Aktien im grösseren Stil sehen», sagt Bolton. Zudem habe er aus Gesprächen mit Kunden gehört, dass sie nun bereit seien, ihre immer noch hohen Cash-Positionen zu reduzieren und in Aktien zu investieren. Diese zunehmende Zuversicht unter den seit der Finanzkrise risikoscheu gewordenen Anlegern soll für einen zusätzlichen Schub an den Börsen sorgen.