China, die USA und Indien: Diese drei Länder pusten fast die Hälfte des Kohlendioxids in die Atmosphäre. 2017 waren sie addiert für 48,6% aller CO2-Emissionen weltweit verantwortlich. Nicht auszudenken, wenn Indien, das gemessen an der Bevölkerung fast so gross ist wie China, in gleichem Masse industrialisiert wäre. Die Atmosphäre ist von Natur aus «globalisiert»; wenn die drei grossen Emittenten also nicht sauberer werden, können allfällige Anstrengungen aller anderen kaum die Trendwende bringen – ein ernüchternder Befund. Das grosse Industrieland Deutschland beispielsweise ist für nur 2,2% der Emissionen verantwortlich. Selbst wenn sich die gegenwärtigen Umfragen bestätigen und die Grünen in den Bundestagswahlen in gut zwei Jahren (oder, wer weiss, bereits vorher) mächtig auftrumpfen sollten: Deutschland würde nicht einmal unter grünschwarzer Kanzlerschaft die Welt retten können (was ja durchaus ein urdeutscher Impuls ist). Die Schweiz bläst ein Promille der weltweiten CO2-Emissionen in die Luft. Das ist kein hinlänglicher Grund für Untätigkeit, doch Illusionen sind fehl am Platz. Selbst wenn die Schweiz ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 tatsächlich auf netto null senken könnte – was aus Umweltschutzkreisen gefordert wird, jedoch kaum umzusetzen ist –, wäre die Wirkung minim. Vielleicht ergäbe sich, nach dem Prinzip Hoffnung, eine Vorbildwirkung.