«Auf eignem, frohem Feld zu zweien den Weizen schneiden sie derweil. Die Kindlein bringen ‘s Brot in Eil’, hinwandelnd sammeln sie die Ähren» – das sind Verse des ukrainischen Nationallyrikers Taras Schewtschenko (1814–1861). Doch statt idyllischer Dichtung erklingt im Lande Kriegsgeschrei: Russland hat die Ukraine überfallen, und die wehrt sich – wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Die Auswirkungen von Putins Schurkenstreich sind vielfältig; betroffen ist auch der globale Weizenmarkt. Es ist ungewiss, ob und wie viel Weizen in der fruchtbaren Ukraine dieses Jahr geerntet, gesät und exportiert werden kann. Weizen ist neben Mais das wichtigste pflanzliche Grundnahrungsmittel der Menschheit und zudem unentbehrlich als Tierfutter. 2020 wurden weltweit gut 760 Mio. Tonnen Weizen produziert. Mit 134 Mio. Tonnen war China die grösste Weizenanbaunation, vor Indien; wird jedoch die EU als ein Land betrachtet statt als deren 27, war sie die Nummer zwei (die bedeutendsten Weizenerzeuger innerhalb der EU sind Frankreich und Deutschland). Russland ist nach Einzelstaaten die Nummer drei; die USA und Kanada bringen es addiert etwa auf das russische Volumen. Auch die Ukraine gehört zu den grossen Weizenländern. ­Sowohl für russischen wie auch für ukrainischen Weizen ist Ägypten der grösste Auslandkunde. Die Schweiz ist als Weizenproduzentin marginal und braucht Importe.