Goethe und Bismarck galten als Liebhaber von Himbeereis. Der amerikanische Gründerpräsident George Washington soll auf seinem Landgut Mount Vernon Speiseeis in grossen Mengen hergestellt (und verzehrt) haben. Sein späterer Landsmann Elvis Presley, der im 20. Jahrhundert die Musikwelt ins Rocken und Rollen brachte, hat scheint’s vor seinen Auftritten jeweils mehrere Becher Vanilleeis verputzt – um die Stimme zu salben. Als erster europäischer «Gelatiere» lässt sich Marco Polo begreifen, der 1295 (kurz zuvor war übrigens die Eidgenossenschaft gegründet worden) von seiner Asienreise ein Rezept für die Herstellung von Gefrorenem nach Venedig mitgebracht haben soll. Die alten Griechen und Römer übrigens hatten bereits Bescheid gewusst in ­Sachen kalter Köstlichkeiten – Alexander der Grosse war der Legende nach ziemlich versessen darauf. Doch die Antike versank und die Barbaren vergassen diese Kulturtechnik. Heutzutage ist Speiseeis – in der Schweiz lockerer Glace genannt – weltweit in aller Leute Mund, in geschätzt 1001 Sorten, mindestens. In Europa sind die Belgier, bekannt als herausragende Chocolatiers, die haltlosesten Glace-Schleckmäuler (Markeneis plus gefrorenes Joghurt und Sorbets; ohne «Craft ice»), mit gekauften 16,2 kg pro Kopf 2020 – jedenfalls gemäss dieser Erhebung des Datenportals Statista. Die Schweizer sind mit nur 2 kg etwas unterkühlt.