Nationenrankings sind für die Schweiz oft schmeichelhaft. Das ist nicht ungefährlich, denn es verführt zu Genügsamkeit. Daher müsste eine schlechte Einstufung zum Handeln anregen. Gemessen am Weltbank-Index «Ease of Doing Business», der die Qualität der Unternehmensregulierung misst, ist die Schweiz bestenfalls noch Mittelmass: Auf dem schäbigen Rang 36, wenn es um den Aufbau und Betrieb eines Unternehmens geht – hinter der direkten deutschen Konkurrenz, sogar hinter dem internationalen Investoren seit jeher suspekten Frankreich. Noch 2007 war die Schweiz auf Rang 15, in Blickweite der Spitzengruppe. Heisst: Inzwischen haben andere aufgeholt bzw. überholt – und die Schweiz hat, selbstzufrieden und selbstverschuldet, nicht mitgehalten. Dass viel mehr möglich wäre, zeigt der Blick auf die Zusammensetzung der Top Ten. Der Index entsteht aus der jährlichen Befragung von 12‘500 Experten und Ökonomen aus hundertneunzig Ländern. Aggregiert wird der Index aus zehn Indikatoren: Insolvenzverfahren (Schweiz: Rang 49), Vertragssicherheit (57), Zugang zu Kredit (67), Erwerb einer Baubewilligung (71), Dauer einer Unternehmensgründung (81), Anlegerschutz (105!). Weniger blamabel sieht es aus in den Indikatoren internationaler Handel (26), Steuern (20) und Eigentumsregistrierung (18). Sogar gut ist die Schweiz im Indikator Zugang zu Elektrizität (13) – noch.