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Swissquote schwimmt auf der Erfolgswelle

Die Digitalbank will ihre Mittelfristziele erhöhen. Ob dies auch in einer höheren Dividende resultiert, ist noch unklar.

Der Erfolg ist Yvan Cardenas, Finanzchef von Swissquote (SQN 126.00 +3.03%), während seiner Präsentation an der Investora anzusehen. Die Digitalbank gehört zu den Gewinnern der Covid-19-Pandemie, das erste Halbjahr 2020 war ein Rekordhalbjahr für die Onlinebank. «Die Coronakrise hat die Wichtigkeit einer digitalen Bankbeziehung noch mal verdeutlicht», sagt er.

Die scharfe Korrektur an den Finanzmärkten im März und die darauf folgenden volatilen Wochen haben zu einem rasanten Anstieg des Handelsvolumens bei der Onlinebank geführt. Mit dem Resultat, dass die Mittelfristziele bei der nächsten Pressekonferenz im Winter erhöht werden dürften. «Wir werden bereits in diesem Jahr das erreichen, was wir uns für 2022 vorgenommen haben», sagt Cardenas, allerdings ohne seinen Zuhörern weitere Details bekannt zu geben.

Trend muss sich beweisen

Vorangetrieben hat die Onlinebank in den vergangenen Monaten auch ihre internationale Expansion, trotz Corona. In diesem Jahr ist Swissquote in Singapur gestartet, allerdings nicht mit ihrer gesamten Angebotspalette, sondern nur für B2B-Kunden, wie etwa Vermögensverwalter. Laut Cardenas werden die einzelnen Schritte vorsichtig geplant. Erst wenn sich ein Business Case als profitabel erwiesen habe, kämen zusätzliche Services dazu.

Für 2020 prognostiziert Swissquote nun eine Verdoppelung des Vorsteuergewinns von 50,6 Mio. Fr. auf 100 Mio. Fr. Beim Netto-Umsatz strebt die Digitalbank die Marke von 300 Mio. Fr. an. Ursprünglich war laut Cardenas 2022 mit 325 Mio. Fr. gerechnet worden.

Wie nachhaltig das Wachstum nun ist, muss sich im zweiten Halbjahr zeigen. Der positive Trend bei der Eröffnung neuer Kontos hält laut Cardenas an, wenn auch nicht mehr mit der gleichen Intensität wie im März. Im ersten Halbjahr summierten sich die Anfragen auf Kontoeröffnung auf insgesamt 55’104, im selben Zeitraum konnte die Digitalbank 3 Mrd. Fr. neue Assets anziehen.

Die Neukunden trugen laut dem Finanzchef gut 10% zum Netto-Umsatz bei. Zusätzlichen Schub erhält Swissquote aber auch immer noch durch die 2017 erfolgte Einführung von Kryptowährungen als Assetklasse. Laut Cardenas habe dies ebenfalls neue Kunden gebracht, diese würden vor allem schätzen, dass Swissquote als Bank in einem regulierten Umfeld operiert.

Raum für Konsolidierung

Ob der gute Geschäftsgang schlussendlich auch zu höheren Ausschüttungen an die Aktionäre führt, will Cardenas aber noch nicht abschätzen, dazu sei es noch zu früh. Obschon bereits 1996 gegründet, gehe es bei der Onlinebank primär immer noch um Wachstum. Ihre Strategie sei immer gewesen, die Dividende zu erhöhen, wenn ein neues Level an Profitabilität erreicht worden ist. Momentan liegt die Ausschüttungsquote bei rund 33%.

Gefragt nach weiteren Zukäufen, antwortet Cardenas ausweichend. Raum für Konsolidierung sei wahrscheinlich vorhanden. Swissquote habe ja bereits 2010 eine Akquisition getätigt, meint der Finanzchef: «Wir haben immer Appetit auf Zukäufe.» Potenzial sei etwa auf verschiedenen europäischen Märkten vorhanden. Diverse Wettbewerber seien hier möglicherweise zu rasch gewachsen, jetzt müssten sie ihre Strategie überdenken. FuW stuft die Aktien mit «Kaufen» ein.