Unternehmen / Ausland

Zalando legt stärker zu als gedacht

Der Modehändler wächst im ersten Quartal 48% und erzielt einen höheren Gewinn als erwartet. Vergangenes Jahr hat er noch einen Verlust verbucht.

(Reuters) Der Online-Modehändler Zalando (ZAL 86.68 +1.98%) ist mit Schwung in das zweite Corona-Jahr gestartet. Der Umsatz im ersten Quartal sei um maximal 48% auf bis zu 2,26 Mrd. € gestiegen, teilte das Berliner Unternehmen unter Berufung auf vorläufige Zahlen mit. Vom Unternehmen befragte Analysten hatten im Schnitt mit gut 45% Zuwachs gerechnet. Dies bestätige, Zalando sei «stärker als jemals zuvor», urteilten die Analysten von Baader Helvea. Mit einem Plus von 4% führten die Aktien am Mittwoch die Gewinnerliste im MDax an. Der Konzern gilt inzwischen als aussichtsreicher Kandidat für den Leitindex Dax (DAX 15'399.65 +1.34%).

Zalando profitiert ähnlich wie Konkurrenten wie AboutYou aus Hamburg sowie Asos (ASC 4'942.00 -1.4%) und Boohoo (Boohoo 92.50 -2.63%) aus Grossbritannien davon, dass immer mehr Menschen wegen vielerorts geschlossener Läden im Internet ihre Kleidung kaufen. Das Bruttowarenvolumen (GMV) – der Wert aller verkauften Waren – legte von Januar bis März um bis zu 56,5% auf maximal 3,17 Mrd. € zu. Bis 2025 soll es auf jährlich mehr als 30 Mrd. € steigen, wie Zalando im März ankündigte. Die Berliner etablieren sich immer stärker als Plattform, über die Händler, Modemarken oder stationäre Geschäfte ihre Waren verkaufen und dafür wie auch für Logistik-Dienstleistungen Provisionen an sie zahlen.

Nach einem bereinigten Betriebsverlust von fast 100 Mio. € im ersten Quartal 2020 rechnet Zalando nun mit einem Betriebsgewinn (Ebit) von maximal 100 Mio. €. Dazu trugen unter anderem weniger Retouren bei und ein guter Start in die Frühjahrssaison. Finanzexperten hatten mit 41 Mio. € gerechnet. Konkrete Zahlen wird Zalando am 6. Mai veröffentlichen. Für das Gesamtjahr hatte die Firma im März einen Umsatzzuwachs von 24 bis 29% auf bis zu 10,3 Mrd. € in Aussicht gestellt. Das bereinigte Ebit soll zwischen 350 und 425 (2020: 421) Mio. € liegen.

Leser-Kommentare