Unternehmen / Konsum 09:16 - 19.07.2016

Zalando peilt 2016 höheren Gewinn an

Nach einem erfolgreichen zweiten Quartal steckt der Online-Modevertreiber seine Ziele für das Gesamtjahr höher. Die Aktien legen zu.
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Fachbegriffe
Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
EU
Supranationale Organisation (früher Europäische Gemeinschaft), in der 27 europäische Staaten zusammengeschlossen sind. Pfeiler ist die wirtschaftliche Integration. Die wichtigsten Errungenschaften sind der Binnenmarkt und der Euro .
Ebit
Ebit (Earnings before Interest and Taxes): Gewinn vor Zinsen und Steuern. Ebita: Ebit vor Goodwillabschreibung. Ebitda (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization): Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Diese drei Varianten des Betriebsergebnisses zeigen die operative Ertragskraft besser auf als der publizierte Nettogewinn. Dieser kann ohne betriebliche Ursachen je nach Rechnungslegungsstandard , Beitrag des Finanzergebnisses (Zinsen in obigen Definitionen) und Steuerbelastung stark variieren. Nicht weitergeführte Aktivitäten werden meist aus dem betrieblichen Ergebnis herausgerechnet und fliessen als Ergebnis aufgegebener Tätigkeiten in das Nettoergebnis ein. Anderseits werden ausserordentliche Aufwendungen für Restrukturierungen oder Wertberichtigungen berücksichtigt, sofern sie betrieblich bedingt sind.
Marge
1. Differenz zwischen den Aktiv- und den Passivzinsen einer Bank (Zinsmarge ). 2. Differenz zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs eines Wertpapiers (Geld-Brief-Spanne ). 3. Bareinschuss (Initial Margin , Variation Margin ) bei Futures oder CDF (Sicherheitsmarge). 4. Ergebnis (meist das operative) im Verhältnis zum Umsatz (Return on Sales, RoS).

(Reuters) Europas grösster Online-Modehändler Zalando hebt nach einem deutlichen Gewinnsprung im zweiten Quartal seine Ziele fürs Gesamtjahr an. Die bereinigte operative Rendite (Ebit-Marge) werde 2016 zwischen 4,0 und 5,5% liegen, kündigte das Berliner Unternehmen am Dienstag an. Bisher hatte Zalando 3,0 bis 4,5%  in Aussicht gestellt. Zalando-Vorstandsmitglied Rubin Ritter begründete die gestiegene Zuversicht unter anderem mit geringeren Kosten im Marketing. Fürs zweite Quartal geht der im MDax notierte Konzern von einem bereinigten Betriebsgewinn von bis zu 88 Mio. € aus – dies wäre fast eine Verdreifachung zum Vorjahr, als Zalando auf 30 Mio. € kam. Im Geschäft von Lang & Schwarz sprang die Aktie vorbörslich mehr als 5% in die Höhe. Endgültige Zahlen will Zalando am 11. August veröffentlichen.

Im Gegensatz zum britischen Konkurrenten Asos (ASC 75.1914 16.13%), der nach dem Brexit-Votum vor allem von der Pfund-Talfahrt profitieren will, hat sich bei Zalando die Entscheidung der Briten für den EU-Austritt laut Ritter bisher kaum aufs Geschäft ausgewirkt. Bisher sei nicht geplant, durch den Brexit etwas an der Strategie auf der Insel zu ändern, sagte Ritter. Allerdings sei das britische Geschäft auch kleiner als in anderen Ländern.

Der Umsatz von Zalando kletterte von April bis Juni um höchstens 26% auf 924 Mio. €. Zalando rechnet fürs Gesamtjahr weiterhin mit einem Wachstum von etwa 25%. 2015 waren es noch 34%.